#024 – Auf ein Kölsch mit Ben

Natürlich lautet auch meine erste Frage an diesem Abend, ob er ein Benjamin oder ein echter Ben ist. Leider ist seine Antwort ernüchternd, aber nachtragend bin ich ja nicht. Dafür freue ich mich zu sehr den Bartträger unter seiner Basecap endlich näher kennenzulernen. Ins Little Lui hat er mich eingeladen, die kleine Eckkneipe, die es jetzt scheinbar erst knappe 2 Jahre gibt und die er liebevoll, als sein Wohnzimmer bezeichnet. Direkt auf der Ecke von Moselstraße und Luxemburger Str. nur unweit vom Luxor entfernt ist der Little Lui gut über den Barbarossaplatz oder die Dasselstraße zu erreichen. Jeden Donnerstag findet hier die Caribbean Corner im Nebenraum statt. Dann füllen laute Reggae-Dancehall Sounds Ben’s selbsternanntes „Wohnzimmer“ und bringen seine Gäste zum Tanzen. Als wir eintreffen ist der Raum noch relativ leer, doch er füllt sich kontinuierlich über den Abend, während ich mich begeistert den Dancehallsounds hingebe. Reggae höre ich wohl viel zu selten. An so einem Abend legen meist 2 DJs live auf, die sich nach ein paar Stunden abwechseln. Es hat seinen Grund, warum wir hier sind. Ben, mit dem ich meinen Vornamen teile, hat über Jahre hinweg mit den Raggakings eins der erfolgreichsten Reggaeinternerradios aufgebaut und geleitet, die wir in diesem Land haben. Er kann unzählige Anekdoten erzählen, von schlaflosen Nächten und den ersten Streamings von großen Festivals wie dem Summer Jam und anderen internationalen Reggaeevents. Zu einer Zeit, wo Wlan noch ein Fremdwort war und der Stream über Meter lange Kabel online ging. Eine einzigartige Zeit, die ihn rumgebracht hat und auch vor 10 Jahren aus dem Rhein-Main-Gebiet nach Köln verschlug. Frankfurt war ihm zu asozial, Wiesbaden zu spießig und Mainz zu dörflich.

Inzwischen wohnt er in Junkersdorf, treibt sich die meiste Zeit aber in der Stadt herum und besucht Startup-Events oder anderen kulturellen Spaß in der Domstadt. Davon kennt Ben genug, schließlich hat er sich über die Jahre und sein Internetradio ein ganz gutes Netzwerk aufgebaut. Genau das mag er auch an Köln, die Stadt ist zwar Millionenstadt, für ihn trotzdem wie ein kleines Dorf. Irgendwann kennt jeder jeden. Das ist auch irgendwie schön und weniger anonym als Berlin. „Wär ich damals nach Berlin gegangen, und die Stadt war für mich immer ein Traum, wäre ich untergegangen“ erzählt Ben heute. Er muss das wissen. In der Blütezeit seines Radios musste er von HartzIV leben, weil das Radio nie Geld abwerfen sollte und aufgrund der rechtlichen Grauzone diese Entscheidung im Falle von Abmahnungen die sicherste Lösung war. Jetzt, wo er das Radio inzwischen an einen guten Kumpel und Mitgründer abgegeben hat, hat er endlich auch mal wieder mehr Zeit für sich. Aktuell arbeitet er selbstständig im Marketing und Vermarktungsbereich, ist demnach auch ständig an den neusten Entwicklungen im Web interessiert. Wenns ein gutes Startup gibt, könnte er sich jederzeit auch einen Umzug nach Hamburg oder jede andere coole Stadt vorstellen. Für immer in Köln bleiben, muss er jedenfalls nicht. Damit teilt er die Einstellung von vielen, die es sich bisher in der Kölner Medienbranche gemütlich gemacht haben. Wir beenden unser Kölsch-Date einige Stunden später mit dem Drink, dem er an seinem Geburtstag den Namen widmen durfte. Die sogetauften Cornerschorle mit Rum. Dürft ihr gerne mal probieren, wenn ihr in der Ecke seid, uns es Euch aus irgendeinem Grund gerade mal nicht nach Kölsch sein sollte.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken?
Ich glaube das war auf meinem ersten Summerjam, schön warm aus der Dose

Deine Lieblingskölsch Sorte heißt?
Päffgen

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
In der Sonne im Park

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
Wenn es kalt und frisch ist

Flasche oder Glas?
Glas und Pittermännchen

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?
Ein leeres und gleichzeitig volles Glas

Deine schönste Kölscherinnerung?
Das 50 Liter Fass, dass kurz vor Ende eines Festivals angestochen wurde und dann irgendwie noch leer werden musste.

Kölsch: Gaffel Kölsch 0,2, je 1,60€
Wo: 
Little Lui

[flexiblemap address=“Luxemburger Str. 43, 50674 Köln“ title=“Little Lui“ width=“100%“]

#023 – Auf ein Kölsch mit Lucas

Am Ebertplatz, mittendrin, bin ich mit Lucas verabredet. Der wohnt zwar gar nicht in Köln, ist aber öfters hier unterwegs. Auch die Wohnung, wo wir uns so schön Zentral mit Blick auf den Dom treffen, gehört nicht ihm, sondern seinem heutigen Model. Runa lebt ihr und beherbergt uns für unser Kölsch-Date in ihrer kleinen Küche. Lucas verdient sich mit der Fotografie nämlich neben seinem Studium etwas dazu. Macht Hochzeitsreportagen, Auftragsarbeiten und eben freie Strecken – so wie heute mit Runa. Dass Lucas also erst knappe 20 Jahre alt ist, wollte ich ihm natürlich nicht glauben. Dafür wirkt der nicht besonders groß gewachsene Mensch einfach zu reif und reflektiert. Warum er noch nicht in Köln wohnt, ist eigentlich nur seinem Medienstudium in Krefeld geschuldet. Warum er das nicht in Köln studiert, konnte er gar nicht so genau beantworten. Auf pendeln hat er jedenfalls keine Lust – nicht jeden Tag. Für größere Fotosachen darf er sich aber auch jederzeit das Auto seiner Mutter leihen. Ansonsten fährt er sowieso gerne Bahn. Gerade nach Köln,  denn Köln tut ihm immer gut, wie er selbst sagt. Die Möglichkeiten, die Menschen und die Spontanität ziehen ihn bei jedem Besuch sofort in den Bann und machen in nicht nur euphorisch, sondern auch gleich glücklich. Gerne schwärmt er von den spontanen Ausflügen in die Domstadt und die dadurch entstandenen Begegnungen. Trotzdem steht jetzt erst mal das Studium an. Sobald selbiges bestanden ist, steht einem Umzug aber nichts mehr im Weg. Da die Beiden ja noch Fotos machen wollen, müssen wir uns etwas mit dem Kölsch beeilen, was er vom Kiosk mitgebracht hat. Mit dem Kölsch ist er ja bereits vertraut, deswegen sind auch die 0,5 l Flaschen gar kein Problem. Den Kuchen von Runa rühren wir irgendwie nicht an, ärgerlich eigentlich. Sah nämlich ganz lecker aus. Nach unserem Kölsch lasse ich die Beiden ihr Zeug machen und verlasse die kleine aber sehr feine Bude wieder in Richtung Ebertplatz und Bahn.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken?
Im Früh, dürfte 2012 gewesen sein, 11. Klasse mit meinem Lateinlehrer ?

Deine Lieblingskölsch Sorte heißt?
Reissdorf (billigstes Kölsch am Kiosk, nach 7 Flaschen hat man die 8 sozusagen umsonst)

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
Beim Koksnagel, dem Kioskbesitzer am Dom, Stammkiosk von mir und meinen Freunden

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
In Gesellschaft und ohne Termin am nächsten Morgen.

Flasche oder Glas?
Kasten

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?
Spontantität

Deine schönste Kölscherinnerung?
Deine Ausstellung „Nudelines“ :*

Review Android Smartphone

Kölsch: Reissdorfkölsch 0,5, je 1,20€
Wo:
Wohnung

Drahtloser Musikgenuss mit dem Bowers & Wilkins Zeppelin Air

Endlich! Mit dem Bowers & Wilkins Zeppelin definierte die Marke den Musikgenuss in einer einzigartigen Formsprache neu und erschuf ein modernes Kultobjekt der medialen Einrichtung. Mit dem Bowers & Wilkins Zeppelin Air hat die Brand nachgelegt und ist nun nicht nur für Apple Geräte mit Lightning-Anschluss geeignet, sondern unterstützt auch das AirPlay-Signal der Apple Umgebung. Somit muss das Musikdevice nicht mehr in direktem Kontakt mit dem Zeppelin stehen. Per Wlan und mit wenigen Klicks im OS kann das Musiksignal stattdessen bequem aus der ganzen Wohnung an den formschönen Lautsprecher gesendet werden.

Großer Vorteil gegenüber dem Samsung Multiroom oder dem Sonos Systemen besteht darin, dass auch die System-Sounds bequem gestreamt werden können. Wer also auch YouTube Sound über den mobilen Lautsprecher aus dem Bowers & Wilkins Haushalt genießen will, darf das gerne tun. An der einzigartigen Formsprache hat sich zum Glück nichts geändert. Weiterhin benötigt der Zeppelin ausschließlich ein Stromkabel um den Dienst aufzunehmen.

ZEPPELIN-AIR-BENHAMMER_8
ZEPPELIN-AIR-BENHAMMER_9
ZEPPELIN-AIR-BENHAMMER_6
ZEPPELIN-AIR-BENHAMMER_7
ZEPPELIN-AIR-BENHAMMER_3
ZEPPELIN-AIR-BENHAMMER_5

Transparenz: Die B&W hat uns das Produkt für Testzwecke zur Verfügung gestellt, damit wir es ausgiebig testen und für den Beitrag fotografieren konnten.

#022 – Auf ein Kölsch mit Moritz

Fast pünktlich treffen Moritz und ich uns am Deutzer Bahnhof nur unweit seiner Arbeitsstätte. Er arbeitet bei einem von Kölns großen Fernsehhäusern und macht als freier Mitarbeiter da so einige Sachen für Formate, die ihr wahrscheinlich kennt. Unter anderem sorgt er dafür, dass die Studios und die Studioeinblendungen so aussehen, wie sie das Abends in der Glotze eben tun. Erzählen kann er davon genug. Sein zweites Standbein hat Moritz vor Jahren in der Fotografie gefunden und ist als Hochzeitsfotograf inzwischen gut gebucht. Zielstrebig und mit einer historischen Einführung von Moritz steuern wir die alte Gaststätte Lommerzheimin Deutz an. Uhrig, klein, echt kölsch. Eigentlich eine gute Idee für unser Kölsch, leider aber so voll, dass wir uns kurzerhand zu einer Planänderung entscheiden. Mir ist das Recht, denn unser neues Ziel ist das Trash-Chic in Kalk. Eine Eckkneipe, zu der Moritz eine ganz besondere Verbindung hat. Nach seinem Abi zog der gebürtige Nippeser nämlich direkt nach Kalk, wohnte direkt neben dem autonomen Zentrum und machte in Kalk seinen Zivildienst. Das Trash-Chic war damals sein Stammlokal, welches ihn über die Jahre in Kalk begleitet hat. Schon immer etwas anderes gibt es heute auch vegetarisches und veganes Essen dort. Neben frischem Sünner Kölsch vom Fass. Die Burger im „Handmade“-Look sehen zwar unspektakulär aus, schmecken aber frisch und lecker. Kann man wirklich machen und die beste Grundlage für einen langen Kölschabend. Unweit der Kalker Hauptstraße liegt die Eckkneipe zwar etwas versteckt, ist aber dank der Anbindung mit den Linien 1 und 9 wirklich gut zu erreichen.

Als wir im Trash-Chic endlich angekommen sind und nach unserem Essen auch den gesamten Rundtisch für uns haben, landen wir schnell bei Moritz’s großer Faszination fürs Reisen. Von Tansania bis Cuba hat er fast alles gesehen, obwohl er nicht mal eine echte Travel-Bucket-List hat. Das macht er mindestens einmal im Jahr mit seiner Frau. Für einige Wochen weg, Reisen, andere Kulturen kennenlernen. Oder mit seinen Kumpels auf dem Motorrad durch Europa cruisen. Die Zeit dafür findet er vor allem durch seine relativ frei wählbaren Arbeitszeiten. Freunde und Familie waren ihm schon immer wichtig, dass er sie heute so gut unter einen Hut bekommt, macht ihn noch glücklicher. Immer wieder landen wir auch bei seiner Pfadfinderjugend, die ihn bis heute begleitet. Trotz aller Klischees haben sich viele seiner Freundschaften dort gegründet.  Zwar sind heute viele der Jungs im Land verteilt, trotzdem ist der Kontakt zu den Jungs von damals bisher nie abgerissen. Ein bisschen so wie das Trash-Chic, wo er auch Jahrzehnte nach seinem Zivildienst noch erkannt wird, obwohl er es nicht mehr so häufig hier herschafft. Wir bleiben einige Stunden in der Kneipe und ich erfreue mich an vielen seiner Reisegeschichten, bevor wir wieder in Richtung Heimat aufbrechen. Er wohnt mit seiner Frau nämlich inzwischen in der Südstadt.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken?
Ich war vielleicht 12 und habe mir aus dem Kölschkasten meines Vaters eins stibitzt – fand ich damals ziemlich ekelig.

Deine Lieblingskölsch Sorte heißt?
Mühlen – damit bin ich quasi aufgewachsen

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
Da halte ich es mit Elliot Erwitt: das beste Kölsch ist immer das Kölsch das man dabei hat. (solange es kalt ist)

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
Immer, aber in Gesellschaft schmeckt es am besten.

Flasche oder Glas?
Unterwegs Flasche, im Sitzen Glas

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?
Heimat und Nachdurst

Deine schönste Kölscherinnerung?
Da gibt es viele – als Beispiel: in Istanbul haben wir in einer Kneipe eine Leuchtreklame für Gaffel-Kölsch entdeckt und versucht eins zu bestellen. Wir haben dann einen Kaffee bekommen.

Kölsch: Sünner Kölsch 0,2, je 1,20€
Wo: das Trash-Chic

[flexiblemap address=“Wiersbergstraße 31, 51103 Köln“ title=“Trash-Chic“ width=“100%“]

#021 – Auf ein Kölsch mit Andreas

Gerne sieht sich Andreas nicht in Front einer Kamera. Er schaut lieber durch, denn mit Kameras bzw. den daraus entstehenden Bildern verdient Andreas seinen Lebensunterhalt. Deswegen ist auch dem glücklichen Umstand geschuldet, dass wir uns gerade in der Tankstelle auf der Kyffhäuserstraße zum Kölsch treffen. Die wenigste Zeit des Jahres verbringt Andreas nämlich wirklich in Köln, meist nur ein paar Tage am Stück, dann ist der hauptberufliche Fotograf wieder unterwegs. Er macht das, was sich die meisten Menschen gar nicht vorstellen können. Im Akkord fotografiert er für große Beautyhersteller Frauen, meist, haben die diese Fotoshootings beim Kauf der Herstellerprodukte gewonnen und sollen einmal glamourös abgelichtet werden – so wie sie es eben aus der Werbung kennen. Und genau da kommt Andreas ins Spiel, denn das macht er nicht nur in Deutschland, sondern auch den europäischen Nachbarländern. Dann sind die Niederlande, die Schweiz oder Italien seine Heimat. Fast das ganze Jahr ist er unterwegs. Heute Hamburg, morgen Wien. Und so weiter. Trotzdem bezeichnet er Köln immer noch als seine Heimat. Hier zu sein, bedeutet für ihn nicht zu arbeiten. Dann hat er sein kleines WG-Zimmer in Köln und nutzt die Zeit, um sich mit seinen Freunden zu treffen und auch das ein oder andere Kölsch zu trinken, wenn er als leidenschaftlicher Café-Fan nicht in einem von Kölns unzähligen Cafés sitzt. Die Vielfalt ist förmlich grenzenlos. Von neu-modern bis charmant gemütlich findet man für jeden Geschmack ein Café in Köln – sagt er. Für die Südstadt schlägt Andreas‘ Herz besonders stark. Seine restliche Zeit in Köln steckt er dann in Projekte, die seine Freunde umsetzen. Wie zum Beispiel das Veedelsfilm Festival. Diese und viele andere Erfahrungen machen Köln für ihn zu einer der freundlichsten und herzlichsten Städte, die er kennt. „Hier kann man sich nie fremd fühlen“ sagt er. Wer sich auch nur kurz mit Andreas unterhält, merkt relativ schnell, dass in dem überwiegend in schwarzen Oversize-Klamotten gekleideten Hutträger ein herzensguter Mensch steckt, der obwohl er ständig unterwegs ist, seine wahre Heimat ziemlich genau beziffern kann.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken?
Vor circa 10 Jahren beim arbeiten in Köln

Deine Lieblingskölsch Sorte heißt?
? Hauptsache frisch gezapft

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
In Köln

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
in Gesellschaft

Flasche oder Glas?
Eindeutig Glas!

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?
Mit Köln!?

Deine schönste Kölscherinnerung?
Kölsch schafft Erinnerungen, übergenuss nimmt sie dir aber auch gleichzeitig wieder.

Kölsch: Gaffel Kölsch 0,2, je 1,50€
Wo: Die Tankstelle

[flexiblemap address=“Kyffhäuserstraße 19, Köln“ title=“Tankstelle“ width=“100%“]

#020 – Auf ein Kölsch mit Martin

Dieses Mal geht es zum Chlodwigplatz, wo ich mit Martin auf ein Kölsch verabredet bin. Er wohnt zusammen mit seiner Frau in einer Seitenstraße des Chlodwigplatzes, Altbau natürlich. Dort soll ich ihn abholen. Hier ticken die Uhren noch etwas anders. Echter Albau eben. Martin ist gerade dabei den Ofen im Wohnzimmer anzufeuern, mit dem die beiden ihre Wohnung heizen. Das Holz wird im Keller des Hauses gelagert, dort liegt auch die Axt, um es zu verarbeiten. Einen Fernseher suche ich vergeblich, dafür gibt es direkt am Ofen zwei gemütliche Lesesessel. An der Wand hängt ein riesiger Rahmen mit Albumcover des letzten Gold-Releases, denn Martin arbeitet inzwischen schon seit 15 Jahren für das Kölner Musiklabel Rootdown. Seine Musikaffinität hat ihn auch vor Jahren in dieses Haus gebracht, als unten noch einen Plattenladen war, neben dem er gewohnt hat. Immer dann, wenn mal wieder eine Wohnung im Haus frei wurde, zog es ihn Etage für Etage nach oben. Der Plattenladen ist inzwischen Geschichte und Martin wohnt inzwischen im dritten Stock. Als der Ofen brennt, ziehen wir weiter in Richtung Gaffelstube. Die liegt direkt am Chlodwigplatz, wo Martin einen Tisch für uns reserviert hat.

Bei klassischer kölscher Küche in rustikalem Ambiente erzählt mir Martin von seiner Jugend in Bonn, wo er aufgewachsen ist und auch viele seiner prägendsten Jahre verbracht. Damals wie heute fand er das super. Die Nähe zu Köln war am Wochenende stets gut zum Feiern und unter der Woche war alles etwas überschaubarer und nicht gleich so groß wie Köln. Für eine behütete Kindheit eigentlich perfekt. Ausgeglichen hat er das dann mit einer Souterrain-WG direkt am Bonner-Bahnhof. Seine Geschichten von dieser Zeit können einen ganzen Abend füllen und sorgen immer wieder für großen Unterhaltungswert. Wenn er zum Beispiel davon erzählt, wie sich mal wieder ein Betrunkener zu später Stunde in die WG verirrte, weil er fehlgeleitet vom Licht ein etwas anderes Etablissement erwartet hat. Die Zeiten sind inzwischen lange vorbei. Vielleicht fühlt er sich gerade deswegen am Chlodwigplatz auch so wohl, wo alles fußläufig zu erreichen ist und im Vergleich zur Bonner WG deutlich ruhiger. Als wir fertig mit dem Essen sind, entschließen wir noch etwas weiterzuziehen. In der Kulturkirche in Nippes ist heute eins von unzähligen Konzerten und wir schauen Mal vorbei, mit entschiedenem Willen bekomme ich Martin ausnahmsweise sogar dazu, Kölsch aus den Plastikbechern der Location-Bar zu trinken. So etwas vermeidet er nämlich so gut es geht. Er muss das wissen. Hier und da gibt es noch ein bisschen Bier und der Abend wird länger als erwartet, wie das mit den Kölschabenden halt immer so ist.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken? 
1991 – 1 Sixpack, 3 (zu junge) Jungs und die Tischtennisplatte auf unserem Schulhof (Nachmittags!). Ich glaube es hat keinem geschmeckt, aber zugegeben hat es auch keiner.

Deine Lieblingskölsch Sorte heißt? 
Ich kann mich zwischen Gaffel & Reissdorf nicht entscheiden.

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
Generell in den Brauhäusern. Kalt, frisch, schnell..

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken? 
Im Sommer! Kalt, frisch, schnell..

Flasche oder Glas?
Glas (im vertrauten Etablissement)

Mit was verbindest du Kölsch als erstes? 
„Dis wo ich herkomm“

Deine schönste Kölscherinnerung? 
1 Sixpack, 3 (zu junge) Jungs und die Tischtennisplatte auf unserem Schulhof (Nachmittags!). Ich glaube, es hat keinem geschmeckt, aber zugegeben hat es auch keiner.

Kölsch: Gaffel Kölsch 0,2 L 1,40€
Wo: Gaffelstube

[flexiblemap address=“Chlodwigplatz 11, Köln“ title=“Gaffelstube“ width=“100%“]

#019 – auf ein Kölsch mit Britta

Draußen ist es schon ziemlich dunkel, im Spiegelraum des Feynsinn’s aber nicht. So, wie ich diese kleine Ecke des eigentlich recht großräumigen Cafés ab jetzt nenne. Die drei riesigen Spiegelwände die eine Art kleinen Raum innerhalb des direkt am Rathenauplatz Ecke Heinsbergstraße unweit des Zülpicherplatzes liegenden Cafés scheinen auch den ein oder anderen Stammgast zu verwirren, wie mir Britta auf meinen etwas irritierten Blick sofort entgegnet. Nicht selten wird dann schon bei der Tischreservierung angemerkt „aber nicht vor einem Spiegel, bitte“. Ich finde das lustig, für die Fotos des Abends sind die Spiegel nämlich perfekt. Ich glaube, es ist das hellste „Auf ein Kölsch“.

Letztes Jahr hat Britta hier als neue Leiterin im Feynsinn angefangen und es schnell lieb gewonnen und ist inzwischen maßgeblich dafür verantwortlich, dass vieles funktioniert, nachdem sie zuvor bereits als Kellnerin in anderen Kölner Cafés gearbeitet hat. Eigentlich ist Britta nämlich gelernte Hotelkauffrau, doch der Umgangston dort, vertrieb sie nach ihrer Ausbildung in Hamburg schnell  in die Gastronomie. Hier gefällt’s ihr besser, gerade in Köln und besonders mit ihrem Team. Nach Umwegen aus der Frankfurter Heimat über Hamburg hat die Liebe sie in die Domstadt verschlagen – auch wenn es nicht von langer Dauer sein sollte. Bereuen tut sie nichts davon. Inzwischen wohnt sie schon einige Jahre hier und will auch nicht mehr weg. Hin und wieder geht es zwar noch zu den Eltern in die Heimat, ansonsten treibt es sie aber nur noch zum Urlaub oder der Pflege ihrer großen Musikliebe aus der Stadt. Für Festivals, Konzerte und anderen Spaß eben. Nach ein paar frisch gezapften Früh-Kölsch verziehen wir uns aus dem Feynsinn und kehren den Spiegeln den Rücken.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken?
Schätzungsweise 2008, mit großer Sicherheit auf der Straße

Deine Lieblingskölsch Sorte heißt?
Hui schwierig. In meiner anfänglichen Kölschvergangenheit war es immer das Reissdorf vom Büdchen. Aber Erfahrungswerte wachsen und habe mich bei einer privaten Party dann für ein paar Kästen Peters Kölsch entschieden.

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
Ganz klar im Sommer am Büdchen

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
Glücklicherweise immer.

Flasche oder Glas?
Frisch gezapft ist genauso gut wie das Kölsch auf die Hand!

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?
Einem geselligen Beisammensein

Deine schönste Kölscherinnerung?
Eigentlich wollte ich nur EIN Kölsch trinken… Das ungeplante angetüdelt sein in der Mittagszeit.

Kölsch: Früh Kölsch 0,2 L 1,90€
Wo: Café Feynsinn

[flexiblemap address=“Rathenauplatz 7, Köln“ title=“Café Feynsinn“ width=“100%“]

#018 – Auf ein Kölsch mit Isis

Es ist kalt und regnerisch und eigentlich gar nicht der richtige Zeitpunkt, um Kölsch unter freiem Himmel und auf einer Tischtennisplatte sitzend zu trinken. Aber heute ist das egal, beschließen wir. Wir, das sind dieses Mal Isis und ich. Wir sitzen also im Dunkeln auf diesem sehr schlecht beleuchteten Spielplatz zwischen der Schönsteinstraße und der Bartholomäus-Schink-Straße direkt gegenüber vom Club Bahnhof Ehrenfeld und beobachten Fußgänger, Pfandflaschensammler und ruppige Familienväter, die ihre Kinder von der Wippe schleifen, „weil jetzt Schluss ist“. Für uns ist das lustig, während wir Bier trinken und über Isis‘ Verbundenheit zu Köln sprechen. Ihre Heimatstadt, da wo sie irgendwann auch mal mit ihren eigenen Kindern wieder hin will – wenn es denn so weit ist. Momentan lebt und studiert sie nämlich Mode in Berlin. Sie liebt Berlin, ist gerne dort, genießt die Metropole, doch eine Kindheit kann sie sich dort einfach nicht vorstellen. Zu groß, zu weit, zu schnell. Dass Düsseldorf nie wirklich infrage kam, kann man sich ja irgendwie denken, obwohl Isis offen offen gesteht, dass sie eigentlich noch nie wirklich in Düsseldorf unterwegs war. So wie ich. Wir lachen darüber.

Schon nach dem Abitur ging es für die 1994 in Köln geborene Frau in die Hauptstadt. Ins Ausland wollte sie nicht, und als ihr bester Kumpel fragte, ob sie nicht für ein paar Monate mit ihm in eine WG nach Berlin ziehen möchte, sagte sie spontan ja. Aus der Schnappsidee wurde Ernst und inzwischen ist schon das ein oder andere Jahr ins Land gezogen. Nach Köln zieht es sie trotzdem immer mal wieder. Meist ist es die Familie. Weihnachten, Geburtstage und andere Festlichkeiten. Dann geht sie auch gerne und oft aus. Auf der Aachener zum Beispiel. Ein guter Ausgleich zu ihrem Modestudium in Berlin und ihrer Leidenschaft für Festivals, Konzerte und dem allgemeinen Musikinteresse. Anderes als die meisten meiner weiblichen Kölschgäste erwähnt sie kein einziges Mal, dass sie jetzt eigentlich viel einen Hugo trinken würde. Und ihre Flasche hat sie auch vor mir leer. Das war zwar immer noch keine Sommernacht auf einer Tischtennisplatte, aber schon einmal ein Anfang. Wir entsorgen unser Leergut am Mülleimer und ziehen weiter…geplant war unser kleines Kölsch-Meetup nämlich eigentlich woanders, aber dann lag da eben dieses Spielplatz auf dem Weg und wir durften uns noch einmal Halbstark fühlen.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken?
Meine ersten Alkoholerfahrungen waren mit Kölsch, also jetzt hier offiziell gesagt war das natürlich mit 16.

Deine Lieblingskölsch Sorte heißt?
Reissdorf Kölsch

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
Bei meinen Eltern im Kühlschrank.

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
Im Sommer im Park. Zu jeder Tageszeit.

Flasche oder Glas?
Flasche

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?Heimat. Deine schönste Kölscherinnerung?
Letzten Sommer mit meinen besten Freunden und Lagerfeuer auf den Pollerwiesen am Rhein.

Kölsch: Reissdorf Kölsch 0,5 L 1,90€
Wo: Tischtennisplatte

[flexiblemap address=“50°57’07.8N, 6°54’58.6E“ title=“Tischtennisplatte“ width=“100%“]

#017 – Auf ein Kölsch mit Hanna

Zwischen leeren Graffitidosen und moderner Streetart treffe ich mich mit Hanna im Kunstbruder. Gelegen in einer Seitenstraße am Rudolfplatz ist der Kunstbruder eine Mischung aus Galerie, Bar und Restaurant. Zwei Dinge, machen die Location auf Anhieb sympathisch: 1) die gute Einrichtung in schöner Atmosphäre. 2) Die gute Musik. Wer noch nicht im Kunstbruder war, mag an dieser Stelle wahrscheinlich auch diese Bar nicht erwarten und sie schon das eine oder andere Mal übersehen haben. Aber darum soll es hier ja gar nicht gehen, als wir die ersten Mühlenkölsch bestellen und das Glas heute mal dankend ablehnen.

Ihre Herkunft aus einem kleinen Dorf im Süden der Republik kann Hanna nicht lange verbergen, die leichten Sprachnuancen hört man der 25-Jährigen einfach sofort an. Ihr Studium brachte sie vor einigen Jahren bereits nach Köln, wo sie wenig später auch ihr Praktikum bei der Kölner Galerie Stracke als Textilrestaurateurin absolvierte. Umso weniger verwunderlich ist es, dass es die Liebe war, die Hanna für eine kurze Zeit aus Köln nach London brachte, wo sie die Grundsteine für ihr heutiges Leben legte. Genau dort wurde aus ihrer Faszination für die Malerei nämlich das Handwerk einer Visagistin.  Unter anderem damit bestreitet begeisternde Kunstfreundin nun neben ihrer Tätigkeit als Model ihren Unterhalt. Farben, Pinsel und die Arbeit mit inspirierenden und ständig neuen Menschen sind es, die Hanna gefallen und für sie den Reiz ihrer Arbeit ausmachen. An ihrer Einstellung zum wahren Wert des Lebens, der Liebe, hat das alles jedoch nichts geändert. Auch wenn sie inzwischen wieder in Köln wohnt, einen kleinen Umzugsmarathon durch das Belgische Viertel hinter sich hat und das neue Jahr Job bedingt erst einmal in Kapstadt beginnt.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken? 
Hm ich schätze mal vor 5 Jahren als ich nach Köln gezogen bin

Deine Lieblingskölsch Sorte heißt? 
Seit unserem Treffen gestern- Mühlenkölsch

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo? 
Bei Erkans Kiosk!

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken? 
Am besten wohl im Sommer als feierabendbier

Flasche oder Glas? 
Flasche!

Mit was verbindest du Kölsch als erstes? 
Mit urigen brauhäusern und lustigem Dialekt

Deine schönste Kölscherinnerung?
Hm schwierige Frage, an die schönsten kölschabende kann ich mich nicht mehr richtig erinnern 🙂

Kölsch: Mühlenkölsch 0,33 L 2,60€
Wo: Kunstbruder

[flexiblemap address=“Händelstraße 51, 50674 Köln“ title=“Kunstbruder“ width=“100%“]

#016 – auf ein Kölsch mit Sascha

Mein Weg verschlägt mich dieses Mal wieder nach Ehrenfeld. Unweit der Braustelle liegt relativ mittig zwischen der Haltestelle Leyendeckerstr. und Neusser Str. / Gürtel die Eckkneipe „Em Drügge Pitter“. Hier bin ich mit Sascha verabredet. Einem echten kölschen Jung. Wir treffen uns pünktlich und ich stehe zum ersten Mal vor einer Kneipe und warte, dass die Rollladen hochgehen. Es ist warm und nass vor der Tür im typischen Kölner Nieselregen. Eigentlich sollten um 20:00 Uhr die Türen öffnen, heute machen sie das aber nicht. Als sich um Viertel nach immer noch Nichts rührt, ändern wir unsere Pläne und lassen uns im Zoo nieder. Nein, nicht im Tierzoo, sondern in der Schänke. Auch die liegt nämlich in der Venloerstraße und ist mit ihrer Wandkunst zwischen Stancil und Streetart genau nach meinem Geschmack. Warum Sascha eigentlich in den „drüggen Pitter“ wollte, wird schnell klar. Hier in Ehrenfeld ist er aufgewachsen, hat die meiste Zeit hier verbracht und die Kneipe in den letzten 7 Jahren zu seiner Stammkneipe werden lassen. Daran ändert sich auch nichts, obwohl er gerade seinen Wohnsitz auf die andere Rheinseite nach Deutz verlegt hat. Dorthin hat es ihn gerade nach dem Abschluss seines Geschichts und Politik-Studiums verschlagen. Ob das lange so bleibt, weiß er aber nicht. Einziger Wermutstropfen in der Biografie dieses lupenreinen Kölners, dem man seine Herkunft nicht anhört, ist die Geburt in Bensberg. So ganz genau konnte er das auch nicht erklären, aber die Hebamme muss wohl schuld gewesen sein. Nichts was ihm wirkliches Kopfzerbrechen bereit, als schöne Anekdote macht sich die Geschichte trotzdem

Im Zoo haben wir heute dafür umso mehr Glück. Kaum haben wir uns niedergelassen, beginnt schon eine fremde Jazzband mit dem Aufbau ihres Equipments in unserem Rücken, um ab 21 Uhr konstant und viel zu laut für Hintergrundmusik zu sorgen. Hüte gehen rum und wir trinken Mühlenkölsch. Einer der Sätze, die mir trotz der lauten Musik immer noch im Kopf geblieben sind, ist sein „Eigentlich will ich nur Kultur machen…“. Schon seit Jahren arbeitet Sascha nämlich für das kölnische Stadtmuseum. Am Anfang noch als studentische Aushilfskraft inzwischen als eine Art Kurator. Das gefällt ihm, er mag die Abwechslung und die vielen verschiedenen Sachen, die er im Namen der Stadt realisieren kann – auch wenn es ein „relativ“ kleines Museum ist. Egal, wie verbunden er seiner Heimat Köln ist und wie sehr er seine Arbeit auch liebt, ob er das noch ewig machen wird, weiß er heute genau so wenig, wie vor 2 Jahren. Einer seiner großen Träume ist das Göthe-Institut, für das er unendlich gerne eine Zeit lang arbeiten würde, um Kultur in den verschiedensten Ländern zu kuratieren. Jetzt wundert es mich auch nicht mehr, dass wir in einer Graffiti-Kneipe sitzen, Mühlenkölsch trinken und von den Klängen einer hoch motivierten Jazzband akustisch penetriert werden. Irgendwie macht das alles gerade ziemlich viel Sinn. Nach einigen Kölsch und zwei Mexikanern verlassen wir die Schänke nach Mitternacht in Richtung Bahnhaltestelle.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken? 
Ganz sicher als ich es eigentlich noch nicht durfte.

Deine Lieblingskölsch Sorte heißt? 
Päffgen

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo? 
Nur in der Heimat.

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken? 
Wenn man richtig Durst hat, zum Beispiel nach dem Sport.

Flasche oder Glas? 
Echt jetzt?

Mit was verbindest du Kölsch als erstes? 
Mmmmm

Deine schönste Kölscherinnerung? 
Und einmal, im Ferienlager…

Kölsch: Mühlenkölsch 0,2 L 1,50€
Wo: Zoo – Die Schänke

[flexiblemap address=“Venloerstrasse 434,Köln“ title=“Zoo – Die Schänke“ width=“100%“]

Blick ins Buch: Blickfang 2015/2016

Da ist er. Der neue Blickfang. Getreu dem Motto „Deutschlands beste Fotografen“ gibt auch die aktuelle Ausgabe 2015/2016 einen bunten Einblick in die Fotografiebranche des Landes. Mit 4,5 kg und 656 Seiten dürfen wir stolz behaupten: Yes, we love big books. Alles andere, wär für den 25 x 32 großen Bildband auch eine Beleidigung.

Gewohnt aufwendig produziert und auch dieses Jahr wieder mit der Sonderfarbe „Gold“ gedruckt, gibt es die Werke von über 200 in Deutschland tätigen Fotografen zu sehen. Neben alten Hasen und renommierten Größen gibt es auch vielversprechende Newcomer. Jeweils auf einer oder drei Doppelseiten geben die Kreativen einen kurzen Einblick in ihre Arbeiten.

Drumherum schustert der Norman Beckmann Verlag einen interessanten Inhalt aus Interviews mit Fotografen, Art-Buyern, Repräsentanten und Agenturen. So kommt dieses Jahr zum Beispiel Fotograf Hans Christian Barth zu Wort, aber auch der Kölner Fotgrafen-Agent Tobias Bosch gibt Einblick seine Tätigkeit.

Den Blickfang 2015/2016 könnt ihr seit Montag für 49,90 € (ISBN 978-3-939028-47-5) frei erwerben. Zusätzliche Informationen und die online Portfolios aller beteiligten Fotografen findet ihr auf der ergänzenden Website unter www.blickfang-dbf.de. Wer den stationären Buchhandel boykottiert, darf auch gerne direkt beim Verlag kaufen unter www.nbvd-shop.de.

Mehr Einblicke ins Buch gibt es neben den offiziellen Fotos vom Verlag auch auf der eigenen Blickfang Website unter www.blickfang-dbf.de

BLICKFANG8-20152016-PHOTOGRAPHY_1280PX_46
BLICKFANG8-20152016-PHOTOGRAPHY_1280PX_44
BLICKFANG8-20152016-PHOTOGRAPHY_1280PX_43
BLICKFANG8-20152016-PHOTOGRAPHY_1280PX_2
BLICKFANG8-20152016-PHOTOGRAPHY_1280PX_3
BLICKFANG8-20152016-PHOTOGRAPHY_1280PX_1
BLICKFANG8-20152016-PHOTOGRAPHY_1280PX_11
BLICKFANG8-20152016-PHOTOGRAPHY_1280PX_26
BLICKFANG8-20152016-PHOTOGRAPHY_1280PX_6
BLICKFANG8-20152016-PHOTOGRAPHY_1280PX_4
BLICKFANG8-20152016-PHOTOGRAPHY_1280PX_20
BLICKFANG8-20152016-PHOTOGRAPHY_1280PX_21
BLICKFANG8-20152016-PHOTOGRAPHY_1280PX_17

Bilder © Norman Beckmann Verlag

#015 – auf ein Kölsch mit Gerd Buurmann

Das Unicenter an der Universitätsstraße in Köln-Sülz gehört mit seiner Architektur zu einem der größten Wohnhäuser Europas. Genau hier bin ich mit Gerd Buurmann zum Kölsch verabredet und warte mit einem vom Kiosk nebenan gefüllten Kölsch-Rucksack beim Pförtner. Wenig später kommt auch Gerd, der den Pförtner freundlich grüßt und den Zugang zu einem der unzähligen Fahrstühle freigeben lässt. Die meisten kennen Gerd aus dem Rampenlicht des artheaters. Dort wo er zusammen mit Hildegard Scholten inzwischen jeden Montag durch Kunst gegen Bares führt und  Künstlern aller Arten eine Bühne gewährt. Ich treffe den Regisseur, Drehbuchautor, Schauspieler, Comedian und Moderator in seinem hölzernen Probenraum im Unicenter. Es ist alles dunkel, wirkt fast wie eine unterirdische Kammer, obwohl wir uns so einige Stockwerke über dem Boden befinden. Lediglich eine Tür führt in den Raum, eine weitere führt auf den umflaufenden Betonbalkon des Gebäudes. Nach Kneipen und Kölner Parks eine ungewöhnlich einengender Atmosphäre. Als einer der wenigen Gäste dieser Serie kann er sich aus dem Stand an sein erstes Kölsch erinnern. Bei ihm Begann seine Kölschliebe nämlich erst mit 26 Jahren. Als Seefahrerkind blieben dem Theaterliebhaber nur Hamburg und Köln. Nach einem 13-monatigen Aupair-Aufenthalt in Chicago entschied er sich für die Stadt am Rhein und ist ihr bis heute treu geblieben. Was seiner Meinung nach nicht so bleiben muss. Keinesfalls. Immer Bereit für ein neues Abenteuer kann Gerd sich gut vorstellen, Köln auch zu neuen Ufern zu verlassen. Was den Emsländer aber von vielen anderen Menschen unterscheidet, ist der Traum, der mit Kunst gegen Bares wahr wurde. Fasziniert von Kermit dem Frosch und großer Muppetfan wusste schon der kleine Gerd Buurmann, dass er selbiges auch für echte Menschen und Künstler erschaffen will. Der Realisierung seines Traums ist der damit so nah gekommen, wie kaum ein anderer. Heute gibt es Ableger seiner Idee in unzähligen deutschen und internationalen Städten. Anerkannte StandUp-Comedians der deutschen Szene haben ihre Karriere auf Bühnen von Kunst gegen Bares begonnen – wie zum Beispiel Luke Mockridge. Nach einem Kölsch geht es dann auch schon zum nächsten Termin und unsere Wege trennen sich an der Bahn-Haltestelle der Universitätsstraße wieder.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken? Bei der Weihnachtsfeier 2005 im Päffgen am Friesenplatz! Deine Lieblingskölsch Sorte heißt? Päffgen. Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo? In Anwesenheit von Freunden. Wann lässt sich Kölsch am besten trinken? Im artheater bei der Kunst gegen Bares! Flasche oder Glas? Unter einem Dach Glas, unter freiem Himmel Flasche, am Strand Hellers, weil es eine wiederverschließbare Flasche ist. Mit was verbindest du Kölsch als erstes? Am liebsten verbinde ich Kölsch mit Flimm! Deine schönste Kölscherinnerung? Reißdorff trinken mit Hella von Sinnen am 2. Oktober 2014 auf der Studiobühne zur Theaternacht und mit ihr Inge Meysel spielen!

Kölsch: Gaffel Kölsch 0,3 L
Wo: UniCenter Köln

 [flexiblemap address=“ Luxemburger Str. 124, 50939 Köln“ title=“UniCenter Köln“ width=“100%“]

Netzwerkspeicher: WesternDigital MyCloud vs. Synology DS115j

In meiner Schulzeit habe ich immer von einem Media-PC geträumt. Ihr wisst schon, ein Rechner, der unter dem Fernseher steht. Endloser Festplattenplatz, ein paar Games, Filme. VLC-Player, Netzwerkanschluss, Grafikkarte etcpp. Per Fernsteuerung und Funktastatur einfach vom Sofa steuerbar. Nunja. Es ist nie so weit gekommen. Heute sieht das Ganze schon viel einfacher aus. Es hat sich einiges getan und der technische Fortschritt beschert uns heute eine riesige Auswahl an Netzwerkspeicherlösungen, die sich inzwischen auch äußerst komfortabel in das eigene Netzwerk einspeisen lassen und dank Smartphone-APPs und iPads dann sogar von jedem Ort im Haus per WiFi ansteuern lassen. Das ist etwas sehr Gutes!

Weil der Markt voll von solchen Produkten ist, habe ich mir einfach mal zwei Produkte herausgesucht und sie direkt miteinander verglichen. Zum einen ist es die MyCloud von WesternDigital. Dieser Hersteller begleitet mich sowieso schon seit meiner Jugend mit seinen Festplatten und hat mich schon des Öfteren mit seinen Endverbraucher freundlichen Produkten überzeugt. Gegenspieler ist der DS115j von Synology. Synology ist vor allem bei ambitionierten Technikfans bekannt und beliebt. Für mich beginnt hier mit dem Hersteller neues Kapitel!

MyCloud von WesternDigitalDS115j von Synology
Design
 Dank ihres an einen Buchrücken angelehnten Designs ist die MyCloud von WesternDigital kompakter und handlicher. Das abgerundete Gehäuse wirkt außerdem harmonischer.Dem Synology sieht man seine technische Orientierung an. Es ist etwas größer, eckiger und dennoch leichter. Was vor allem an der Leichtbauweise des zweiteiligen Gehäuses liegt.
Abmessungen
13,9 x 4,9 x 17,1 cm22,4 x 7,1 x 16,6 cm
USB (extern)
Per USB lassen sich die Netzwerkspeicher um eine externe USB-Festplatte erweitern. Außerdem können externe Festplatten als Backup der eingebauten Festplatte fungieren und somit die Sicherheit der Daten auch bei einem Crash der internen HDD gewährleisten
1x USB 3.02x USB 2.0
Kensington Sicherheitsschloss
JaJa
Powerknopf
Nein (automatischer Standby)Ja
Aufbau
Die MyCloud muss lediglich ausgepackt und aufgestellt werden. Innerhalb von wenigen Minuten ist sie per Netzwerkkabel mit dem eigenen Heimnetzwerk verbunden und wird vom Mac auch sofort erkannt.Gleiches gilt auch für die DJ115j von Synology. Einziger Unterschied: Das Gehäuse sollte zum Schluss noch verschraubt werden. Die passenden Schrauben liefert Synology gleich mit.
Einrichtung
Sind die beiden Geräte erst einmal aufgebaut, geht die Einrichtung in wenigen Minuten. Aus dem Netzwerk ziehen sich beide Geräte sofort ihre IP. Danach können sie über den jeweiligen Browserlink aufgerufen und konfiguriert werden. Zu Beginn braucht die Synology etwas länger, bis ihre Festplatte formatiert und das OS installiert und aktiviert ist. In Summe sind beide Geräte in knapp 15 Minuten einsatzbereit. Hier hat die WD erstmals einen kleinen Geschwindigkeitsvorteil.
Webinterface
Über den eigenen Browser kann per Login auf die Interfaces der kleinen Netzwerkspeicher zugriffen werden. Sie geben Aufschluss über den Systemstatus und dienen der Verwaltung. Hier können bequem alle administrativen Einstellungen getätigt werden.
Auf den ersten Blick überzeugt das WD Interface durch seine Übersicht und die an Apps erinnernde Gestaltung. Dadurch ist die Steuerung und Konfiguration von der WD MyCloud ein Kinderspiel und macht sogar Unerfahrenen und Technik-Gegnern Spaß! Hier hat man großen Wert auf Bedienbarkeit, Design und Übersicht gelegt. Es zahlt sich aus! Noch nie konnten Netzwerklaufwerke so einfach gestaltet und aufgesetzt werden. Mit wenigen Klicks sind Benutzer angelegt, Verzeichnisse verwaltet und Eigenschaften eingesehen.Bei Synology richtet man sich dort eher an erfahrenere Technikfreunde. Das fällt direkt beim Login ein. Hier geht es weniger um Design, dafür mehr um Technik und Performance. Die Oberfläche erinnert viel mehr an ein klassisches Betriebssystem wie Windows, als an eine App-Operfläche. Den ein oder anderen mag das abschrecken.
App
Per App lässt sich auch vom Smartphone oder dem Tablet auf die Netzwerkfestplatte zugreifen. Nicht nur Daten können getauscht werden, sondern auch Musik und Filme gestreamt werden. Wer Daten vom mobilen Device den Rechnern zugänglichen machen will, kann sie bequem per App zur Verfügung stellen. Sollte man seinen Netzwerkspeicher über den eigenen Router auch fürs Internet zugänglich machen, kann selbst unterwegs auf die Daten daheim zugegriffen werden. Schnelles mobiles Internet am Handy und eine gute Leitung in den eigenen 4-Wänden sind die Voraussetzung. Beide Apps haben auf Anhieb die Hersteller-Cloud gefunden!
Für seine Netzwerkspeicher bietet WD eine einheitlich und gut gestaltete App, die sich auf Anhieb intuitiv bedienen lässt. Bilder, Videos, Musik können aus ihr gestreamt werden und Inhalte vom Device mühelos auf den Netzwerkspeicher geladen werden.Außerdem könnten auch andere Web-Clouddienste integriert werden, sodass ein müheloser Datenaustausch möglich ist.Bei Synology hat man sich entschieden für jeden Anwendungsbereich eine eigene App zu entwickeln. So wird Musik über eine andere App gesteuert als das normale Filemanagement oder die Photos. Dies macht besonders dann Sinn, wenn man einige Funktionen viel öfter als andere nutzt. Ansonsten verlieren die Synology-Apps nur im Design und Usability-Vergleich. Der Rest funktioniert tadellos. Auf Anhieb! Auch die Benutzerverwaltung per Login ist überhaupt kein Problem!
Preise (Stand 17.11.2014 bei Amazon)
129,00 Euro (1 TB)149,00 Euro (3 TB)179,00 Euro (4 TB)319,00 Euro (6 TB)92,89 Euro (ohne Festplatte)170,90 Euro (1 TB*)203,90 Euro (2 TB*)225,90 Euro (3 TB*)246,90 Euro (4 TB*)WesternDigital Red 24/7 verbaut
Produktseiten
MyCloud von WesternDigitalDS115j von Synology

Fazit: Zur ersten eigenen Cloud

Beide Systeme sind der Beweis, dass sich viel getan hat im Heimnetzwerk. Sowohl die MyCloud, als auch das DS115j sind absolut durchdachte Produkte. Die Unterschiede sind marginal und verdeutlichen trotzdem die verschiedenen Ausrichtungen der Hersteller. Während WesternDigital vor allem durch tolle Designs und viel Intuition überzeugt, liegt Synology bei der Performance leicht im Vorteil. Gerade aufwendige Datenmengen und Prozesse werden hier einfach schneller von dem kleinen Netzwerkspeicher verarbeitet. Ansonsten lassen sich beide Systeme über eine externe USB Festplatte Backupen, bieten Backen Support für den Mac und lassen sich auch komfortable von jedem Netzwerkdevice per App ansteuern. Letztendlich liegt es auch hier wieder an den eigenen Vorlieben, die das eine oder andere Gerät für Euch interessanter machen.

Gerade als zentraler Datenspeicher für Medien wie Musik und Filme, aber auch die Urlaubsfotos, sind beide Lösungen eine Bereicherung! Wer etwas mehr Geld zur Verfügung hat, sollte sich auch die 2-Bay Varianten anschauen, so sind die Daten bei richtiger Einstellung durch eine mögliche Spieglung auf die 2 Festplatte sicherer gelagert.

Es gibt auch eine unabhängige Software-Lösungen!

Wer es gerne manueller auf dem Weg zur eigenen Cloud hat, der sollte sich mal die OpenSourceSoftware OwnCloud angucken. Sie ist ein ernst zu nehmender Konkurrent für alle bereits bekannten Dienstleister und bindet sich nicht an einen Hardwarehersteller. Mit ihr lässt sich eine eigene und ebenfalls sehr gut zu bedienende Cloud einrichten, die neben den oben genannten Funktionen auch Kontaktverwaltung, Galerien und viele weitere Features per App-Marktplatz nachrüsten kann! Wer Zeit und etwas Grundverständnis mitbringt, kann sich mit dieser Software eine Cloud nach den eigenen Wünschen bauen! (Danke für den Tipp an Martin Neuhof via Instagram)

Transparenz: Beide Produkte wurden uns vom jeweiligen Hersteller für den Testzeitraum zur Verfügung gestellt! Vielen Dank dafür.

Erfahrungsbericht: Die Fuji Instax 70

Das ist sie also. Die neue Fuji Instax 70. Seit Samstag ist die neue Sofortknipse auf dem Markt und Fujifilm hat uns eins dieser Geräte in den Briefkasten geworfen, damit wir mal gucken können, ob die wirklich so viel Spaß macht, wie alle behaupten. Also haben wir Pizza bestellt, Bildbände betrachtet, Wände bemalt und dabei ein paar Sofortbilder verballert.

129 Euro kostet der Sofortbildspaß in der Anschaffung. Das ist für ein Spielzeug nicht wenig Geld, hält sich aber auch irgendwie im Rahmen. Mit der Fuji Instax 70 habt ihr nun endlich auch eine Fuji in der Hand, die sich nicht komplett nach billigem und klapprigen Plastik anfühlt. Im Gegenteil, die neue Instax sieht im Vergleich zu ihren Vorgängern sogar recht schick aus. Endlich! Das Design der bisherigen Instax konnte man ja wirklich keinem mehr zumuten. Gleichzeitig hat man sich auch mal dem Selfiewahn gestellt, und nun neben einem eigenen Modus auch direkt den Spiegel neben dem Objektiv im Gehäuse platziert. Ziemlich gut! Richtiger Schritt. Etwas gewöhnungsbedürftig bleibt das Hochformat der kleinen 70er Instax. Irgendwie fühlt es sich Querformat knippsen für mich immer noch richtiger an. Aber das könnte auch meinem stark ausgeprägten Gewohnheitssinn geschuldet sein. Wer weiß das schon.

Ähnlich gut wie der neue Selfiemodus ist auch die erneuerte Belichtungskontrolle. So sind die Bildchen jetzt nämlich wirklich deutlich homogener ausgeleuchtet. Nicht selten kam es gerade bei dunklen Hintergründen vor, dass die Belichtungsmessung zu einem sehr überbelichteten Motiv im Vordergrund führte. Das hat man nun endlich in den Griff bekommen.

Zum kleinen Engpass kann wohl nur die Batterie werden. Gefüttert wird die Instax nämlich mit zwei CR2 Batterien. Die sind zwar im Lieferumfang enthalten, ich wage aber zu behaupten, dass wenn die einmal leer sind, wohl keiner von uns Nachschub in dieser Größe Zuhause rumliegen hat. Könnte dann ein Problem sein, ist aber wahrscheinlich aus Platzgründen im Gehäuse nicht anders lösbar gewesen.

Fazit

Die neue Fuji Instax 70 ist wahrscheinlich das ausgereifteste aller Instax Produkte. Alle Neuerungen machen Sinn und rechtfertigen das wichtige Produktupdate. Umso schöner, dass man sich auch endlich dem Design angenommen hat. Spaß, hat man mit den Fuji Instax ja sowieso immer – jetzt wird auch der Output endlich besser! Wer noch keine Fuji Instax hat und sich am Visitenkartenformat der 70er nicht stört, schlägt zu. Wer schon seine jetzige Instax liebt und oft auch mal bei widrigen Umständen draufhalten will, schlägt ebenfalls zu und packt die alte Instax auf den Dachboden.

fujifilm-instax-70-hiphiphooray_1200px-7056
fujifilm-instax-70-hiphiphooray_1200px-7061

Und weils so schön ist, dürft ihr zum Abschluss noch der Magie zugucken. So siehts aus, wenn sich das Instax 70 im Zeitraffer entwickelt und das Motiv langsam sichtbar wird. Hoooraay!

Transparenz: Ein Dank an dieser Stelle an Fujifilm, die uns das Produkt für unseren Test zur Verfügung gestellt haben!

Sigma 24 mm F1,4 DG HSM Lens

Hin und wieder muss man neidlos anerkennen, dass auch die ein oder andere Firma einen kompromisslos guten Job macht. In diesem Fall ist es Sigma, die seit einiger Zeit mit ihren Sigma-Art Linsen ziemlich gute Arbeit abliefern. Das ist inzwischen auch kein Geheimtipp mehr, darf aber gerne immer mal wieder erwähnt werden.

Zum Beispiel anhand des Sigma Art 24mm F1.4 DG HSM mit seinem 77mm Filtergewinde. Das sieht mit dem kleinen silbernen A nämlich hochwertig aus, fühlt sich gut an und ist mit einer Blende von 1.4 nicht nur besonders Lichtstark, sondern auch knack-scharf. So, wie es die ganzen hippen Internet-Lifestyle-Fotografen und ich eben mögen.

Die Gegenlichtblende ist übrigens im Kaufpreis enthalten. Mit aktuell 760,00 Euro Investitionsvolumen ist das Preis-Leistungsverhältnisse der Art-Linsen ebenfalls über jeden Zweifel erhaben.

Die Sigma-Art Linsen gibt es mit Canon-, Nikon- und Sony-Bajonett. Das ausführliche Datenblatt des Herstellers findet ihr hier…

Transparenz: Ich habe dieses Produkt ganz normal bei Foto-Gregor hier in Köln vor meinem Job gekauft!

#014 – auf ein Kölsch mit Anna

Anna kommt aus dem Westerwald und besteht auch jetzt noch fest darauf, dass ihre Trinkfestigkeit dort begründet liegt. Unterbewusst könnte das auch einer der Gründe gewesen sein, warum sie sich für eine Stadt mit einer Trinkkultur entschieden hat: Köln. Untergekommen ist sie in einer kleinen WG direkt am Hansaring. Ihr Designstudium an der EcoSign in Ehrenfeld liegt inzwischen in den letzten Zügen. Wie es danach weitergeht, weiß sie noch nicht.Am gelegentlichen Kölschdurst ändert das aber nichts. Auf der Suche nach einer neuen Kneipenerfahrung haben wir uns also am Heumarkt getroffen. Schön Touri.  Von der führt der Weg eigentlich immer erst einmal zum Rhein. Vom Buttermarkt über die Mauthgasse landet man unwillkürlich beim Kännchen, was an diesem Tag bereits äußerst verlassen wirkt. Trotzdem hat die kleine Kneipe Charme und der Kölschaufzug im Obergeschoss verspricht bei steigendem Pegel zunehmenden Spaß. Und auch wenn sie noch nicht so ganz genau weiß, was die Zukunft für sie bringt, ist sie doch ziemlich glücklich in Köln. Sie hat Gefallen an der Kneipenkultur und den Menschen hier gefunden. Nach jedem Besuch in ihrer Heimat kommt sie gerne wieder zurück und freut sich auf Köln und sein Kölsch.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken?
Das kann ich gar nicht so genau sagen. Wahrscheinlich als ich vor ca. 3 Jahren nach Köln gezogen bin. Aber es kann auch sein, dass sich vorher schon mal eins eingeschlichen hat

Deine Lieblings-Kölsch-Sorte heiß?
Früh.

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
In guter Gesellschaft.

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
Naja, an Karneval geht das natürlich rund um die Uhr ganz gut. Im Rest vom Jahr eher ab dem späten Nachmittag.

Flasche oder Glas?
Flasche. Ins Glas kommt nur frisch Gezapftes.

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?
Mit Köln bzw. dem Kölner Karneval, so wie die Meisten schätze ich.

Deine schönste Kölscherinnerung?
Liegt hinter einem goldenen Filter

Kölsch: Gaffel Kölsch, 0,3 L / 1,50 Euro
Wo? Kännchen

[flexiblemap address=“Am Bollwerk 13, Köln“ title=“Kännchen“ width=“100%“]

#013 – auf ein Kölsch mit Rosemarie

Rosemarie Monhart lädt mich in die Küche ihrer Dachgeschosswohnung nach Köln-Dellbrück ein. Vom Kiosk soll ich einfach zwei Reissdorf-Kölsch mitbringen. Gesagt, getan. An diesem sehr sonnigen Tag ist die Wohnung von Rosemarie durch die großen Fenster besonders freundlich und hell. Rosemarie arbeitet schon lange als Pflegekraft. Das Handwerk dazu hat sie in einer Ausbildung gelernt. Seitdem ist sie dem Job treu geblieben. Die tägliche Arbeit und der Umgang mit pflegebedürftigen Menschen hat sie über die Jahre verändert. Bei vielen wird man mit der Zeit routinierter, sagt sie. Wichtig ist für sie vor allem, dass man sich nach Feierabend davon lösen kann und abschaltet. Trotzdem hängt jeden Tag ihr Herz an der Arbeit die sie tut, weil sie Menschen in Not helfen kann. Irgendwann hat sie angefangen Gedichte und Kurzprosa zu schreiben. Es ist für sie ein Moment der Besinnung, Nachdenklichkeit. Als Mitglied im Schriftstellerverband Aura09 trifft sie sich regelmäßig mit anderen Schriftstellern aus der Region zum Gespräch. Dort werden die Werke ausgetauscht und philosohpiert. Wenig später hat sie auch schon ihr kleines Tablet in der Hand und ließt eines ihrer Kurzgedichte vor. Gewohnt hat sie ursprünglich mit ihrem Sohn in Unterschbach. Die Arbeit und das Glück, diese wunderbare Wohnung bekommen zu haben, hat sie nach Köln gebracht.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken?
mit fünfzehn Jahren

Deine Lieblingskölsch Sorte heißt?
Reissdorfkölsch

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
natürlich in Kölle

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
Immer, bei guten Gesprächen mit netten Menschen!

Flasche oder Glas?
Beides je nach Gemütlichkeit.

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?
mit Gemütlichkeit

Deine schönste Kölscherinnerung?
nach einer schweißtreibenden Fahrradtour im Sommer

Kölsch: Reissdorf Kölsch 0,33
Wo:
Köln-Dellbrück, Wohnung von Rosemarie Monhart

#012 – auf ein Kölsch mit David

Es ist etwas verregnet, als David mir am Rudolfplatz auf dem Fahrrad entgegen kommt. Der 26-jährige Typ, den man zweifellos bereits auf den ersten Blick als ziemlich coole Sau abstempelt, hat erst vor ein paar Jahren sein Studium in Aachen geschmissen, um sich einen Weg als autodidaktischer Videograf zu bahnen.Ihr könnt Euch also ziemlich sicher sein, dass die Imagevideos von Eurer Lieblingsbar oder dem Burgerladen nebenan wahrscheinlich von ihm gemacht wurden. Für unser Kölsch hat sich David den KölnKiosk ausgesuchtund wir gehen ein paar Meter die Aachenerstrasse in Richtung Weiher hinunter, bevor wir in die Brüsslerstraße abbiegen, um es uns wenig später im KölnKiosk gemütlich zu machen. Soweit das in dem kleinen aber irgendwie kultigen Kiosk mit Sitzgelegenheiten denn geht. Frau Schirin, die Kioskbesitzerin nimmt David zur Begrüßung herzlich in den Arm – hier und da grüßt er ein paar Menschen, die ihn kennen. Man hat sofort das Gefühl, dass David sich in Köln ganz gut eingelebt hat. Auch wenn er sich auf dem Weg noch vorgenommen hat, heute mal nicht mit jedem ins Gespräch zu kommen, den er kennt. Was vielleicht auch ein Grund sein könnte, ist seine Reiserei. Das Filmen bringt ihn um die Welt. Island, Chile, Korea. Erfahrungen, die ihn reicher machen und die für Funkeln in seinen dunklen Augen sorgen. Dagegen wirkt Köln dann schnell klein – wenn auch auf eine herzliche Art und Weise. Nach den ersten zwei Bier sprechen wir schon über Leidenschaft, Kreativität und seinen Traum vom Leben. Mit genau so viel Leidenschaft erzählt er vor allem von seinen freien Arbeiten und wie sehr ihn Vimeo und die dort vertretenen Künstler und Videografen prägen und beeindrucken. Minutenlang und ohne Pause kann er von geilen Videos und Emotionen reden. Eine von vielen guten Eigenschaften, die ich in knapp zwei Stunden von David kennenlernen durfte. Lediglich seine Blase scheint noch schwächer als meine 😉

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken?
Auf einer Kölner Gartenparty vor guten 10 Jahren.

Deine Lieblings-Kölsch-Sorte heiß?
Mühlenkölsch ist lecker!Kein Bierexperte hier.

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung naach wo?
Ich würde das Brauhaus der genannten Sorte bevorzugen.

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
Nach der Arbeit, wenn die Speicherkarten noch heiß sind.

Flasche oder Glas?
Flasche

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?
Mit Späti / Kiosk Menschen

Deine schönste Kölscherinnerung?
In meiner Heimatstadt, in der Kneipe von Eltern eines alten Freundes, auf dessen Kegelbahn. Dort gabs damals auch Mühlenkölsch. Wir hatten Spaß. Die Kegelbahn litt unter uns. Jetzt umgehe ich aber die meisten Kneipen. 

Kölsch: Reissdorf Kölsch, 0,3 L / 1,20 Euro
Wo? Köln Kiosk

[flexiblemap address=“Brüsseler Straße 39 – 41, Köln“ title=“Köln Kiosk“ width=“100%“]

#011 – auf ein Kölsch mit Ninco

Ninco kommt eigentlich aus dem selben ländlichen Kaff wie ich. Zur Schulzeit haben wir klassisch aneinander vorbei gelebt und erst hier in Köln haben wir tatsächlich mal zusammen ein Kölsch getrunken. Zugegeben, aus einem Früh wurden schnell mehrere, aber seine WG über den Dächern von Nippes ist auch einfach viel zu herzlich und einladend. Inzwischen wohnt er als Grafikstudent und Fitnesscoach schon im dritten Jahr in Köln und will hier eigentlich auch nicht mehr weg.Kein Wunder, schließlich ist in der WG eigentlich jedes Wochenende was los. Menschen, Musik, Konsolen und Co. Der Traum eines jeden Jungen. Wie man an so eine Bude in Köln kommt? Pures Glück. Beim Training im Fitnesscenter den richtigen Menschen kennengelernt, angequatscht und Glück gehabt. Inzwischen ist die Liste potentieller Nachmieter ca. 400 Zeilen lang. Nichts was den athletischen Ninco aus der Fassung bringt. Er ist nämlich gerade erst von seiner kleinen Weltreise zurückgekehrt. Den Horizont erweitert und Erfahrungen gesammelt. Seine Arbeit macht es möglich, als Designer kann er schließlich von überall arbeiten. Spezialisiert hat er sich ganz nebenbei auf die Erstellung von virtuellen 360 ° Ansichten. Wer übrigens die WG einmal im Sommer besucht, kann sich auf der Terrasse auch von Nincos grünem Daumen überzeugen. Dann steht alles voll mit riesigen Plfanzen, die im Winter im Fitnessstudio untendrunter überwintern. Ein bisschen Grün braucht es dann doch zwischen den Wänden aus Beton. Muss wohl die Kindheit im bergischen Land dran Schuld sein.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken?
Den genauen Zeitpunkt kann ich nicht mehr angeben, aber die ersten Schlücke vermutlich noch als kleiner Bub auf einer Party daheim.

Deine Lieblings-Kölsch-Sorte heiß?
„Früh Kölsch“, wobei je nach Belieben auch mal ein „Reissdorf“ getrunken wird.

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
Überall da, wo man sich zwangsweise mit Pils oder Lager zufrieden geben muss.

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
Ca. 20.00Uhr Freitag Abends, nach getaner Arbeit und durchgestandenem Boxtraining in Kombination mit einem leckeren Essen.

Flasche oder Glas?
Flasche.

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?
Heimatgefühle und Kater.

Deine schönste Kölscherinnerung?
Erinner ich mich nichtmehr dran.


Kölsch: Früh Kölsch, 0,25 L / 0,74 Euro
Wo? Nippes

[flexiblemap address=“Osteratherstr. 7, Köln“ title=“WG Terrasse“ width=“100%“]

#010 – auf ein Kölsch mit Philipp

Philipp. Mit dem ebenfalls fast unaussprechlichen Nachnamen. Der Junge kommt irgendwo aus dem Ruhrpott und hat sein Studium in Düsseldorf nach 2 Monaten mit den Worten „Warum nicht?“ beendet. Danach ging es nach Köln. Inzwischen ist er auch angekommen. Als Initiator des Kölner „First Kiss“ Videos bastelt er inzwischen in Künstlerkollektiven und als emsiger Organisator immer wieder an neuen Ideen, Projekten und Aktionen in Köln. Das war auch der Grund für unser erstes gemeinsames Kölsch, obwohl wir zuvor schon die selbe Schulbank im Berufskolleg drückten. Also trafen wir uns zum Ende eines sommerlichen Tages an der Deutzer Freiheit. Die Haltestelle gehört zwar mit Sicherheit nicht zu den Geniestreichen der Stadt, bietet jetzt aber mit dem neuen Rheinboulevard einen guten Treffpunkt, um die Kölner Skyline und den Sonnenuntergang hinter dem Dom zu genießen. Elemtares Element ist natürlich der Kiosk an der Haltestelle, der fußläufig noch in ertragbarer Entfernung liegt. Genau aus diesem Grund blieben wir auch direkt an der Deutzer Brücke stehen und ignorierten das an sommerlichen Abenden sowieso überfüllte Rheinboulevard. Stattdessen genossen wir den Blick auf die Rheinbrücken und die Lichter der Innenstadt. Aus einem Kölsch wurde dann schnell ein ganzes Sixpack und wir philosophierten die meiste Zeit über irgendwelche Projekte und Kunstaktionen. Eigentlich verrückt, wie viel Dinge in dieser Stadt passieren, ohne dass man davon etwas mitbekommt. Das Pfand haben wir im Anschluss äußerst umweltbewusst in einer Plastiktüte neben irgendeinen Mülleimer gestellt. Dabei laufen inzwischen so viele Pfandsammler herum, dass man sein Bier fast festhalten muss.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken?
Kurz nachdem ich nach Köln gezogen bin ist ein Kumpel mit mir ins EDP in Ehrenfeld gegangen und wollte mich vom Kölsch überzeugen. Bis dahin gab es nur Pils für mich.

Deine Lieblingskölsch Sorte heiß?
Reissdorf

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
in Gesellschaft von Kölnern

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
Wann nicht?

Flasche oder Glas?
Flasche

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?
Köln

Deine schönste Kölscherinnerung?
Der Kumpel der mich vom Kölsch überzeugte, ging mit mir ins EDP und meinte, dass man jedes mal im EDP ein Kölsch und ein Mexikaner für sich und seine Freunde bestellen muss, und dass man seinen Freunden sagen muss, dass die das gleiche tun, wenn sie den Laden betreten. Er hat das zwar erfunden, aber inzwischen machen das etwa 90% aller Leute die das EDP besuchen.

Kölsch: Reissdorf Gold 6-pack, 7,50 € am Kiosk gegenüber
Wo? Deutzer Freiheit / Deutzer Werft

[flexiblemap address=“50.934958, 6.969067″ title=“Deutzer Werft“ width=“100%“]

#009 – auf ein Kölsch mit Baba

Jani Baba Pushparajah-Hoof. Ein Name, der beim Lesen schon Knoten in jede Zunge zwängt. Ich bin über Baba irgendwann im Web gestolpert und fand es eigentlich eine gute Idee, wenn wir „auf ein Kölsch“ zum Anlass nehmen uns endlich mal persönlich kennenzulernen. Wir treffen uns also in Poll. Genauer im Poller Haus. Das liegt witzigerweise nämlich genau auf seinem Heimweg von Porz und ziemlich nah vor meiner Tür. Eigentlich sogar direkt an der Haltestelle Poll-Salmstraße der Linie 7. Am Eingang stand dann dieser groß gewachsene Mensch mit einem noch größeren Grinsen im Gesicht vor mir – ohne selbiges würde der Tamile und gebürtige Bonner den meisten Menschen wohl eine gehörige Portion Angst einjagen. Absolut unberechtigt, wie ich in knapp zwei Stunden selbst erfahren durfte. Eigentlich haben wir mehr gelacht als geredet, und dass Baba wirklich Zeitsoldat ist und bei der Bundeswehr als Fotograf arbeitet, hätte ich niemals erwartet. Angefixt von den Erfahrungen und Geschichten, die er zu erzählen hat, haben wir schlussendlich auch die meiste Zeit über seine Arbeit und die Fotografie gesprochen. Dass er zum Start erst einmal ein Budweiser leeren musste, bevor das erste Kölsch ging, verschweigen wir einfach. Könnte vielleicht daran liegen, dass er auch erst seit 2007 in Köln lebt. Inzwischen plant, baut und arbeitet er aber schon fleißig am eigenen Haus, was schon bald das neue Heim für ihn und seine Frau am Kölner Stadtrand bilden wird.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken?
2002 – erinnere mich nicht mehr dran. War auf jedenfall erfolgreich 

Deine Lieblings-Kölsch-Sorte heißt?
… definitiv nicht Sünner.

Flasche: Reissdorf 
Partyfass: Früh
Fass: Gaffel

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
… auf der Couch

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
Nach Vier 

Flasche oder Glas?
Flasche!

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?
Freundschaft

Du kannst dich in Köln alleine in eine Kneipe oder Bar setzen und du findest mindestens eine Person, mit der du ein Gespräch führen kannst.

Deine schönste Kölscherinnerung?
Alle zwei Jahre kommt ein bestimmter Freundeskreis aus ganz Deutschland zur Photokina zusammen und wir bechern uns mit Kölsch zu. 

Kölsch: Reissdorfkölsch, 0,2 L / 1,40 Euro
Wo? Poller Haus

[flexiblemap address=“Siegburger Str. 371, 51105 Köln“ title=“Poller Haus“ width=“100%“]

#008 – auf ein Kölsch mit Denny

Was macht ein Nordlicht eigentlich in Köln? Eine gute Frage, denn auch für den gebürtigen Rostocker Denny ist Köln ein Ziel mit Zwischenstationen. Natürlich liebt er Rostock noch immer und einen anderen Verein als die Hansa Kogge wird er in diesem Leben wohl auch nicht mehr anfeuern, trotzdem führte ihn die Arbeit über München in eine Agentur nach Köln. Selbige organisierte seinen Umzug, besorgte ihm eine Wohnung direkt um die Ecke und gegenüber wartet der Weisse Holunder auf das verdiente Feierabend-Bier nach einem langen Agenturtag. Genau dort treffen auch wir uns auf ein Kölsch. Praktisch direkt vor seiner Haustür. Von der Haltestelle Christoph-Str./Mediapark geht es geradewegs darauf zu. Zwischen Wohnhäusern und Gaming-Shop hat die sehr klassisch und doch irgendwie gemütlich eingerichtete Kneipe einen wunderbaren Platz.

Die Antwort auf die Frage „Warum hat dich die Arbeit denn gerade nach Köln gebracht?“ ist relativ einfach. Von Medien und Design gibt es in Rostock nämlich nicht viel. Was beim ersten Mal wie ein kleiner Zwang klingt, hat sich bei Denny in den letzten zwei Jahren aber schnell zu einer zweiten Heimat entwickelt. Er mag die Kunst, die Kneipenkultur und die Menschen. Die Offenheit weckt zwar nicht bei jedem Nordlicht positive Gefühle, Denny mit seinen quer gestreiften Oberteilen hat dennoch Gefallen dran gefunden. Zwar geht er hin und wieder immer noch mit anderen Biersorten fremd, dass Kölsch an sich hat, er trotzdem mehr als akzeptiert.

Und obwohl eigentlich alles perfekt für Denny ist und er sich noch weitere Jahre in Köln hätte vorstellen können, ändert sich doch plötzlich wieder alles. Die Arbeit bringt ihn über Umwege wieder zurück in die Heimat, die Wohnung in Ehrenfeld verlässt er, und während sein Krempel nun bereits in Rostock eingelagert wird, arbeitet er in der österreichischen Ländlichkeit irgendwo vor Tirol als Gestalter für ein renommiertes deutsches Unternehmen. In einigen Monaten geht es für ihn von dort dann wieder ins geliebte Rostock. Dann muss er sich auch endlich keine Diskussionen mehr über Dauerkarten im Rhein Energie-Stadion anhören und der wochenendliche Weg ins Stadion ist in Zukunft auch wieder viel kürzer…

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken?
Das muss irgendwann Anfang des Jahres 2012 gewesen sein, als ich zum ersten Mal in Köln weilte.

Deine Lieblings-Kölsch-Sorte heißt?
Als Hanseat natürlich leckeres Hansa Kölsch aus der Dose ;)… Aber ich mag natürlich auch Mühlen und Reissdorf ganz gern trinken.

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
Kölsch ist überall lecker.

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
Das spielt keine Rolle, Hauptsache die Gesellschaft stimmt.

Flasche oder Glas?
Ich bin eher ein Flaschenkind.

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?
Mit Köln natürlich!

Deine schönste Kölscherinnerung?
Ein netter Abend mit einem talentierten Fotografen aus dem schönen Lindlar <3.

Kölsch: Gaffel Kölsch, 0,2 L / 1,50 Euro
Wo? Weisser Holunder (http://weisser-holunder.de)

[flexiblemap address=“Gladbacher Str. 48, Köln“ title=“Weisser Holunder“ width=“100%“]

#007 – auf ein Kölsch mit Marvin

In Köln herrscht Sommer. Der Asphalt klebt und in der Bahn riecht es nach Schweiß. Ich bin auf dem Weg nach Ehrenfeld und folge der Einladung von Marvin Beranek, der mir seine Dachterrasse zeigen will. Seit einem Jahr  wohnt der gebürtige Düsseldorfer mit seiner Freundin Eva in der Stammstraße.In den letzten Monaten haben die beiden kontinuierlich geheimwerkt, renoviert und auch den Vorbau vor ihrem Fenster wieder von wuchernden Pflanzen, Herbstmatsch und Überbleibseln der letzten Bewohner befreit. Andere Mitbewohner des Hauses haben schon angefangen ihren grünen Daumen mit Topfpflanzen auszuleben und die Terrasse mit Lichterketten zu verschönern. Genau dort sitze ich jetzt mit Marvin und trinke Gaffel-Kölsch. Direkt aus der Flasche ins Glas. Nur eine kleine Metallleiter trennt uns noch vom Kühlschrank in der Küche, während uns die Mittagssonne voll auf den Kopf knallt.

Marvin ist 26 Jahre alt und wohnt inzwischen schon einige Jahre in Köln. Schon für sein Jazz, Pop & Piano Studium zog es ihn aus Düsseldorf in die Niederlande, wo er fast ausschließlich mit Kölnern studierte. Inzwischen verbindet ihn nichts mehr mit seiner alten Heimat Düsseldorf, trotzdem ist immer noch etwas sauer, dass sein damals noch mit Düsseldorfer-Kennzeichen ausgestattetes Auto den Karneval in Köln nicht ganz unbeschadet überlebt hat.

Inzwischen läuft es auch musikalisch für Marvin ganz gut. Als Keyboarder von Maxim und Helen Kaiser tourt er durchs Land, darf hin und wieder auch bei anderen bekannteren Bands aushelfen und hat im letzten Jahr die Faszination für die Videofilmerei entdeckt, die er gerade zunehmend forciert. Wenn’s dann doch einmal wieder eng mit dem Geld wird, geht’s hin und wieder noch mal hinter die Thresen der Kölner Kneipen. Seinen Traum lebt er damit eigentlich schon, wenn es in Zukunft dann auch ohne gelegentliche Nebenjobs reicht, ist er vollkommen zufrieden.

Ordentlich durchgebraten verlasse ich nach guten zwei Stunden die Wohnung von Marvin und Eva und bewege mich durch das Viertel in Richtung Liebigstraße.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken?
2008

Deine Lieblings-Kölsch-Sorte heißt?
Gaffel

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
Auf unserer Terrasse

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
Ab 12

Flasche oder Glas?
Flasche

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?
Mit Freunden

Deine schönste Kölscherinnerung?
Ich hab mal nach viel zu viel Kölsch Steine an das Fenster meiner (damals noch nicht) Freundin geworfen um sie nachts zu wecken. War leider das falsche Fenster, aber es folgte eine ziemlich lustige Mailbox-Nachricht meinerseits

Kölsch: Gaffel Kölsch, 0,5 L / 1,40 Euro vom Kiosk nebenan
Wo? Stammstraße 81

[flexiblemap address=“Stammstraße 81, 50823 Köln“ title=“Marvins Dachterrasse“ width=“100%“]

#006 – auf ein Kölsch mit Vera

Irgendwie ist Köln eben doch ein Dorf. Vor vielen Jahren war Vera öfter in Poll unterwegs und so ist es kein Wunder, dass sie sogar meine Adresse von früher kennt. Sie schlägt mir vor, mich einfach nach der Arbeit mit dem Auto abzuholen und empfiehlt die Braustelle in Köln Ehrenfeld als perfektes Ziel für den Abend. Eine gute Idee, denn die Helios Braustelle bezeichnet sich selbst als die kleinste und innovativste Brauerei in Köln und schenkt mit dem Helios-Kölsch tatsächlich ein selbst gebrautes Bier aus. In der Hospeltstraße bekommen wir auch auf Anhieb einen Parkplatz und müssen nur noch ein paar Meter zur Christianstrasse 2 laufen.Als wir eintreffen ist die Eckkneipen ähnliche Brauerei noch überschaubar gefüllt und wir kriegen sogar einen Platz direkt neben den Braukesseln. Ein Ambiente, was außerhalb der Braustelle wohl eher selten zu finden ist.

Vera selbst ist in dieser Zeit an einem Wendepunkt in ihrem Leben angekommen. Sie steckt mitten in den letzten Vorbereitungen für ihre mehrmonatige Reise durch Südamerika und hat alle Hände voll zu tun. Schließlich gibt es da so einiges, was man in der Heimat noch klären muss. Von der Abmeldung des Autos bis zur Suche eines Zwischenmieters. Damit es auf Reisen gehen kann, hat Vera die letzten Jahre immer etwas Geld beiseitegelegt und nun ihren 9to5 Job bei einem großen Telekommunikations-Unternehmen gekündigt. Eine Entscheidung, die sie vor einigen Jahren so wohl noch nicht getroffen hätte.  Trotzdem ist sie froh und freut sich auf das Abenteuer, denn endlich darf sie PowerPoint und Excel wenigstens für einen etwas längeren Zeitraum beiseitelegen. Während wir an unserem ersten Helios-Kölsch nippen, reden wir aber nicht nur über bevorstehende Reise, sondern auch die Fotografie, die sie in den letzten Jahren für sich entdeckt hat und nun weiter forcieren möchte. Dabei kann man auch mit Kölsch bei Vera nicht viel falsch machen. Immer wieder gerne und leidenschaftlich erzählt sie von Köln, Kölsch und ihrem Freundeskreis, der gerne die echten Lokalbrauereien unterstützt. Sie wundert sich selbst ein wenig, dass sie auf den unzähligen Heimfahrten nach dem Arbeitstag in Bonn nie einen Unfall gebaut hat, wenn sie auf dem Rückweg endlich den Rhein überquerte und das Kölner Panorama im Sonnenuntergang genoss.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken?
In einem Alter, dass ich hier nicht verraten darf, damit meine Eltern nicht nachträglich Besuch vom Jugendamt bekommen. Mein Vater war der Meinung, dass so ein bisschen Kölsch hin und wieder niemanden schadet. Würd ich jederzeit unterschreiben.

Deine Lieblings-Kölsch-Sorte heißt?
Mühlen Kölsch

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
Am Büdchen (für Immis: Kiosk)

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
Erst gestern noch hatte ich den direkten Vergleich: 14h Kölsch vs. 20h Kölsch. Das Fazit: Kölsch geht immer. Aber in der Sonne am Rhein schmeckt es schon ganz besonders gut.

Flasche oder Glas?
Ganz klar: Flasche.

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?
Mit Zuhause. Und beim trinken merkt man, wie viele Erinnerungen damit verknüpft sind.

Deine schönste Kölscherinnerung?
Die Schönsten verschwimmen naturgemäß immer ein wenig.Aber besonders gut finde ich, dass ich meinen Geburtstag im Sommer fast immer am Rhein feiern kann. da darf Kölsch auch nie fehlen, obwohl man da zu späterer Stunde auch mal über den Kasten fällt.

Kölsch: Helios Kölsch, 0,2 L / 1,60 Euro
Wo? Die Braustelle (http://www.braustelle.com)

[flexiblemap address=“Christianstr. 2, Köln“ title=“Braustelle“ width=“100%“]

#005 – auf ein Kölsch mit Chris

Die Bundesliga-Saison ist inzwischen vorbei und der FC hat den Klassenerhalt geschafft. Ein guter Zeitpunkt, um einen kleinen Blick zurückzuwerfen, denn für „auf ein Kölsch“ zog es mich dieses Jahr das erste Mal wieder ins Stadion. Mein Gast: Christian. Auf meine obligatorische „auf ein Kölsch?“ Frage antwortete er nämlich selbstbewusst und spontan „Na klar, beim nächsten Heimspiel“ was dazu führte, dass ich mich sonntags mit meiner Kamera bewaffnet in Deutz wiederfand, von wo es zum ersten Mal nach 10 Jahren wieder in Richtung Stadion ging.Auch Christian wohnt nämlich auf der falschen Rheinseite und so kam es, dass wir uns schon dort trafen, um das erste Rucksackbier schon auf dem Weg ins Stadion zu genießen.

Christian ist echter FC Fan. In Köln geboren, in Köln aufgewachsen, in Köln studiert und bisher kein einziges Spiel des Heimatklubs mit dem Geißbock verpasst, wie er selbst behauptet. Eine ordentliche Quote für den 32-Jährigen, der nicht nur die Musik als Sänger und Gitarrist pflegt, sondern auch als freiberuflicher Webentwickler neben seinem Dozentenjob arbeitet.

Als wir im Stadion ankamen und den Rucksack endlich vom Bierbalast befreit haben, steigen wir auf das gute Stadionbier im Plastikbecher um. Wie es sich für Christian als Dauerkartenbesitzer gehört, stehen wir mitten auf der Südtribüne, spätestens jetzt – zwischen den stimmungsmachenden Clubfans – sind weitere Gespräche unmöglich.

Dass sich das Spiel gegen den VfB nicht wirklich gelohnt hat, dürfte inzwischen jeder von Euch wissen. Unentschieden und ohne Tore trennten sich die Mannschaften im Rhein Energie Stadion.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken?
Höchstwahrscheinlich 1997 im Kino bei dem Film Starship Troopers.

Deine Lieblings-Kölsch-Sorte heißt?
Reissdorf.

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
In Köln.

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
Bei einem 4:0 Sieg über Borussia Mönchengladbach.

Flasche oder Glas?
Glas.

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?
Bier.

Deine schönste Kölscherinnerung?
Ein heißer Tag im August mit ca. 40 Grad im Jahr 2003. Ich saß mit Freunden im Rheinpark, eiskaltem Kölsch, guter Musik, Sonnenuntergang und Blick auf den Dom.

Kölsch: Gaffel Kölsch, 0,5 L / 3,80 Euro
Wo? RheinEnergieStadion

[flexiblemap address=“Aachener Straße 999, 50933 Köln“ title=“RheinEnergie Stadion“ width=“100%“]

#004 – auf ein Kölsch mit André

Nippes gehörte in meiner Wahrnehmung nie zu den Kölnervierteln, von denen man erzählt, wenn man abends eine Runde durch die Kneipen geht. Trotzdem vertraue ich meinem heutigen Gesprächspartner blind. An der Florastraße in Nippes treffe ich André, der natürlich mit dem Fahrrad gekommen ist. Zwar ist es kein Fixie, denn das steht gut behütet im Hof, aber es ist eben ein Drahtesel. André liebt Sport für den zweifachen Familienvater ist das ein guter Ausgleich zu seiner Arbeit als Animation-Artist. Schon nach seinem Studium machte sich André selbstständig und ist es auch heute noch – als sogenannter Motiondesigner. Er erweckt unter LeBeat Zeichnungen digital zum Leben und gibt ihnen nicht nur das passende Aussehen, sondern auch den entsprechenden Charakter.

Damals zog er mit seiner Freundin und heutigen Frau auch nach Köln – direkt nach dem Studium. Inzwischen kennt er einige Ecken und Kneipen, in der das Kölsch noch klassisch zelebriert wird. An diesem Abend hat sich André  für den Heimathirschen entschieden, der sich selbst in der Woche zu später Stunde noch ordentlich füllt.  Unscheinbar zwischen Wohnhäusern und größeren Kneipen führt eine steile Treppe durch einen kleinen Flur direkt an die Bar. Als wir eintreffen, ist es bereits sehr dunkel und mehr Licht sehen wir in der gewölbeartigen Kneipe den Abend über auch nicht. Dafür füllt sich der Keller mit zunehmender Stunde mit immer mehr Menschen, die ihr frisch gezapftes Früh genießen.

Lange dauert es auch nicht, bis wir passionierten Mützenträger von der Seite angequatscht werden – so wie man es in Köln erwartet und irgendwie auch zu lieben lernt. Über Bier quatsche ich mit André schlussendlich gar nicht, denn mit André kann man wunderbar über viel mehr reden. Seine Familie, Technologie, Nachhaltigkeit, Konsum, die Verantwortung den eigenen Kindern gegenüber oder den Spaß an der Fotografie, die er hobbymäßig betreibt und die 2014 sogar in seinem ersten eigenen und über Crowdfunding-finanzierten Buch „Faces of Longboarding“ mündete.

Nach ein paar Stunden stoßen wir auf das letzte Kölsch an und probieren noch einen der unfassbar leckeren Lakritzschnäpse des Hauses, während sich der Heimathirsch kontinuierlich gefüllt hat. Als wir den Heimathirsch wenig später durch die steile Treppe wieder verlassen haben, schwingt sich André auf seinen Drahtesel und ich steige an der Florastraße wieder in meine Bahn.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken?
Puuh. Lange her, 2000 etwa. Ich habe ja in Bielefeld gewohnt und bin dann nach Köln zu nem Freund in die WG gezogen. Da wird das wohl gewesen sein.

Deine Lieblings-Kölsch-Sorte heißt?
Mühlen Kölsch

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
Am Rhein oder im Park mit Freunden.

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
Nachm Skaten oder nach 80 Kilometern aufm Rad.

Flasche oder Glas?
Flasche

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?
Köln

Deine schönste Kölscherinnerung?
Ich habe wirklich schöne Erinnerungen an die Zeit, als der Brüsseler Platz noch von ner handvoll Skatern und Sprühern bevölkert wurde und wir uns im Kiosk unser Kölsch geholt haben.

Kölsch: Früh Kölsch, 0,2 L / 1,50 Euro
Wo? Heimathirsch (http://liveimheimathirsch.jimdo.com)

[flexiblemap address=“Mauenheimer Straße 4, 50733 Köln“ title=“Heimathirsch“ width=“100%“]

#003 – auf ein Kölsch mit Jonas

Es ist einer dieser durchwachsen regnerischen Tage in Köln und es windet stark, als ich die Bahn an der Haltestelle am Eifelwall verlasse. Mein Ziel ist heute das „Paradies“. Eine eigenständige Kommune, am Rand von Sülz nur wenige Schritte von der Haltestelle der Linie 18 entfernt. Auf dem Platz haben sich Pfützen gebildet und zwei Securitys kontrollieren den Eingang gegenüber der Wohnhäuserfront. Inzwischen muss sich jeder Besucher eintragen, bevor er das „Paradies“ betreten darf.Im Paradies herrscht inzwischen schon Endzeitstimmung. Nur noch wenige Monate bleiben den letzten Künstlern und Lebenskünstlern, bis sie ihren aktuellen Wohnsitz verlassen müssen. Dort, wo aktuell noch selbst gebaute Holzhütten stehen und Menschen leben, soll bald der Bau des neuen Stadtarchives beginnen.

Im Zentrum des Platzes findet sich der gemeinsame Aufenthaltsraum, in dem ich mit Jonas Baeck verabredet bin. Durch die großen Fenster fällt viel Licht in den mit Kühlschränken, Sofas, einem Herd und einer voll funktionsfähigen Küche ausgestatteten Raum. Alte Wahlplakate und von anderen Menschen bereits weggeschmissene Dinge wie knallorange Markisen bilden das Dach. Die Verwertung von bereits verwertetem Material war im Paradies schon immer ein großes Thema. Nicht selten wurden Hütten in der einen Ecke abgebaut, um in einer anderen wieder aufgebaut zu werden. Und obwohl der Wind draußen nur so pfeift, bekommen wir drinnen nur wenig mit. Jonas selbst ist Schauspieler und lebt in Köln, sein Vater Rolf Tepel hat vor 9 ½ Jahren das Paradies gegründet und unter Duldung der Stadt eine einmalige kleine Siedlung entstehen lassen. Umringt von Bahnschienen und Häuserblocks haben hier in den letzten 9 Jahren über 15000 Menschen eine Heimat gefunden. Manche für länger – andere nur für ein paar Tage. Reisende, Flüchtende und Menschen auf der ewigen Suche nach sich selbst.

Und obwohl die Zukunft der letzten Paradies-Bewohner noch immer ungewiss ist, erzählt Jonas mit einem großen Leuchten in den Augen und viel Euphorie von seinen Erfahrungen im Paradies. Knapp fünf Monate hat Jonas selbst in einem Bauwagen im Paradies gelebt, um die Welt seines Vaters kennenzulernen. Während wir sprechen und Kölsch trinken, kommen immer wieder Anwohner vorbei. Setzen sich dazu, hören zu und verschwinden wieder in ihre eigenen Hütten. Vielleicht auch, weil man Jonas gerne zu hört, wenn er erzählt.

Den größten Teil seiner Jugend wuchs der 1981 in Köln geborene Schauspieler ohne seinen Vater in einem Dorf namens Klingelbach in Rheinland Pfalz auf. Er erzählt nicht nur von den schönen Erfahrungen, von Freiheit und dem Aufbau des kleinen Theaters, das sie gemeinsam im Paradies errichteten, um eigene Theaterstücke zu präsentieren, sondern auch von der Verantwortung. Von Menschen, die die Offenheit ausnutzen, bei denen das Nehmen größer war als das Geben. Trotzdem leuchten die magischen Momente der Gemeinschaft immer noch heller als die Schatten der schlechten Erfahrungen.

Inzwischen lebt Jonas mit seiner Freundin, die er ebenfalls im Paradies kennenlernte, in Köln. Den Mut, den sein Vater hatte, sich komplett für diesen alternativen Lebensweg zu entscheiden, hat er selber nicht, wie er ehrlich zu gibt, obwohl er großes Interesse und sehr viele wunderschöne Erfahrungen mit dieser Lebensform verbindet. Eine Ehrlichkeit und Reflektiertheit, die Jonas auszeichnet.

Genau diese Sehnsucht nach Zusammengehörigkeit und Toleranz war es auch, die ihn schon in der frühen Schulzeit zum Schauspiel brachte, deren Grundstein er mit seiner Ausbildung an der Bochumer Schauspielschule legte. Inzwischen ist er überwiegend auf der Theaterbühne zu sehen, Filmfans kennen ihn aber vielleicht sogar aus Filmen wie Lars von Triers Nymphomaniac oder Kleinstatthelden.

Schlussendlich verbringen wir fast 3 Stunden redend im Zentrum des Paradieses und Jonas gesteht mir dabei auch, dass er eigentlich gar kein so großer Kölsch-Fan ist, sondern dem Bier lieber einen guten Gin vorzieht. Ebenfalls eine Sache, die man nur selten aus dem Mund eines Kölners hört, die ich aber umso sympathischer finde.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken?
Mit 16 im Kölner Underground

Deine Lieblings-Kölsch-Sorte heißt?
Mühlen Kölsch

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
Am Kiosk

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
Im Sonnenschein am Rhein

Flasche oder Glas?
Flasche

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?
Mit Pinkeln

Deine schönste Kölscherinnerung?
Mit meinem Bruder Beatles-Lieder grölend durch die Südstadt getorkelt

Kölsch: Reissdorf Kölsch 0,3
Wo: 
Paradies, Köln-Sülz

[flexiblemap address=“50.923352, 6.939068″ title=“Paradies“ width=“100%“]

#002 – auf ein Kölsch mit Catharina

Catharina. Blond, kreativen Brille, Bloggerin. Studentin. Sie vereint genau das, was man sich unter einem dieser jungen kreativen Medienmädchen vorstellt. Zumindest auf den ersten Blick. In Köln-Mülheim hat sie unweit der Von Sparr Straße vor Jahren mit viel Glück einewunderschöne zwei-stöckige Wohnung bekommen. Seit dem lebt die gebürtige Stuttgarterin, deren schwäbischer Dialekt unverkennbar ist, nach kurzem Zwischenstopp in München nun schon in Köln. Und das gerne. Es gibt unzählige Argumente, die Köln für sie zur schönsten Stadt des Landes machen. Vor allem von ihrer Faszination für Karneval, der Offenheit der Menschen und dem Gemeinschaftsgefühl schwärmt Catha, wie sie ihre Freunde nennen, als wir uns vom Zülpicher Platz  über die bereits von Menschen besiedelten Zülpicher Straße in Richtung Stiefel begeben. Der Stiefel mit seinen bekritzelten Altbauwänden gehört zu den Lieblingskneipen von Catharina, die sich sowieso am liebsten in Kneipen mit ihren Freunden auf ein paar Kölsch trifft, statt im noblen Partyschuppen abzusteigen. Eine Einstellung, die sie nicht mit vielen Frauen teilt. Für jemanden, der eigentlich immer von Berlin geträumt hat, ist sie inzwischen aber überglücklich. Ihr Design-Studium in Köln hat sie fast abgeschlossen und kann sich gut vorstellen, für immer in Köln zu bleiben. Beim letzten Kölsch des Abends gesteht sie mir zwischen den letzten feiernden Fußball-Fans dann auch, dass sie zwar gerne Kölsch trinkt, das bayrische Bier auch nach zwei Jahren immer noch für viel leckerer hält.

Dein erstes Kölsch hast Du wann getrunken?
Ich glaube das muss 2011 irgendwann gewesen sein, als fest stand, dass ich nach Köln ziehe und daher öfter dort rumlungerte.

Deine Lieblings-Kölsch-Sorte heißt?
Früh/Reissdorf – Muss mich aber wohl für eine entscheiden, mh? Dann Früh.

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
Die Frage find‘ ich komisch. Letztendlich bei mir im Kühlschrank, weil ich dann entscheide, welches Kölsch drin‘ ist. Ansonsten halt irgendwo in einer Kneipe – Stiefel oder so.

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
Immer.

Flasche oder Glas?
Flasche – da ist mehr drin.

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?
Zu kleine Gläser.

Deine schönste Kölscherinnerung?
Kurz: Eine Freundin und ich treffen uns auf ein Kölsch. Daraus wurden zwei. Daraus wurde Bekanntschaft mit einer Englische Messebesuchergruppe. Daraus wurden mehr Kölsch. Daraus wurden irgendwann Cocktails. Dann wieder Kölsch. Dann wieder nur wir zwei. Wieder Kölsch. Eine Nachtwanderung. Und noch einmal mehr Kölsch.

Kölsch: Gaffel Kölsch, 0,2 L / 1,50 Euro
Wo? Stiefel (http://stiefelkneipe.de)

[flexiblemap address=“Zülpicherstraße 18, Köln“ title=“Stiefel“ width=“100%“]

#001 – auf ein Kölsch mit Cedrick

Philipp Cedrick Kappius, der von seinen Freunden nur Ceddy oder Cedrick genannt wird, gehört zu den Menschen, die jeder von uns im Freundeskreis hat. Wir wuchsen im selben Dorf auf, haben dieselbe Schule besucht, hingen glaube ich sogar in derselben Stufe und haben nie wirklich eine gemeinsame Schnittmenge an Freunden und Interessen gefunden. Inzwischen sind einige Jahre ins Land gegangen und es zog uns beide nach Köln.Cedrick zog schon vor circa zwei Jahren her und schlägt sich nach eigener Aussage eher missverstanden durchs Studium. „Es muss halt irgendwann nur fertig werden.“, sagt er. Und zwar, damit er seiner großen Leidenschaft endlich komplett nachgehen kann: Dem Radio. Das hat ihn nämlich schnell in die Medienstadt Köln gezogen. Nach freien Mitarbeiten als Autor bei Radio Berg und Radio Neandertal, also kleineren Lokalradios, geht es heute für ihn im Auftrag von 1LIVE zum Beispiel nach London, um dort vom roten Teppich zu berichten. Weil ich große Freude an seinem journalistischen Werdegang habe, lud ich ihn zu aufeinkoelsch ein. Er konterte direkt und zeigte mir, was es heißt „Die Reihe runter zu gehen“ – so wie er es immer mit seinen Kumpels macht. An diesem sommerlichen Frühlingstag kauften wir das erste Bier also beim „Biermuseum“. Einem Büdchen direkt am „Goldenen Schuss“ im Belgischen Viertel. Neben den gängigsten Kölschsorten gibt es dort auch eine Riesenauswahl an belgischen Bier. Danach ging es den Abend über konsequent einen einzigen Kölner Straßenzug lang. Die komplette Brüsseler Straße runter, über die Roonstraße, bis zur Luxemburger Straße, wo wir schlussendlich unser letztes Kölsch trinken sollten. Unseren Weg schmückten unzählige Kioske und Kneipen, die Cedrick alle kurz vorstellte und ihre Vor- und Nachteile pointiert zusammenfasste, während wir uns am Peters Kölsch erfreuten. Dem wohl einzigen Kölsch mit klassischem Flensburger-Plopp-Verschluss. Oder fällt euch ein anderes ein?

Dein erstes Kölsch hast du wann getrunken?
Ganz heimlich im Jahr 2004 mit 13 als Dauerkarteninhaber in der Linie 1 auf dem Weg zu ’nem Heimspiel des FC. Übrigens mit mächtig Schiss in der Buxe, dass die Polizei uns erwischt. Oder Mama.

Deine Lieblings-Kölsch-Sorte heißt?
Variiert zwischen Peters, Päffgen und Mühlenkölsch. Für Auf ein Kölsch! – hab ich Peters genommen. ‚Ne gute Mischung zwischen Understatement und Plopp-Geräusch. (lacht)

Das leckerste Kölsch gibt es deiner Meinung nach wo?
Also vom Fass zum Beispiel in der Brauerei zur Malzmühle am Heumarkt oder im Päffgen Brauhaus in der Friesenstraße. Und Flasche: ist doch fast immer gleich, lieber Ben! (lacht)

Wann lässt sich Kölsch am besten trinken?
Im Sommer. Abends. Am Rhein oder im Park.

Flasche oder Glas?
Sehr paradox für mich: Ich bin eigentlich ’nen Opa-Style-Bier-ausm-Glas-Trinker. Aber Kölsch schmeckt mir besser aus der Flasche.

Mit was verbindest du Kölsch als erstes?
Karneval – definitiv! Und da ist es meist kein Genuss, sondern leider nur Mittel zum Zweck. (lacht)

Deine schönste Kölsch-Erinnerung?Oha! Das ist wirklich schwierig bei den diversen schönen Momenten mit all den tollen Menschen, wenn man im Rheinland aufgewachsen ist. Vielleicht lieber eine persönliche Erkenntnis: Der Satz „Komm, noch ein letztes Kölsch heute…“ muss nicht zwingend der schlechteste des Abends sein. Auch wenn das häufig der Fall ist. Wirklich.

Kölsch: Peters Kölsch, 0,33 vom Kiosk. 1,30 EuroWo? Brüsseler Str.

[flexiblemap address=“Antwerpener Straße 31, Köln“ title=“Biermuseum“ width=“100%“]

Der Weg zum eigenen Netzwerkspeicher – Teil 2

Nachdem ich Euch mit Teil 1 bereits das Grundkonzept meiner geplanten Netzwerkspeicherlösung vorgestellt habe, folgt nun Teil 2. Hier lege ich das Augenmerk auf das Herzstück eines Speichersystems – die Festplatten. Anders als in Desktop-PCs oder externen Gehäuse müssen die Festplatten in einem NAS nämlich ganz anderen Ansprüchen gerecht werden.

Wie ihr schon erfahren habt, habe ich mich bei der Systemlösung für ein DS415+ aus dem Hause Synology entschieden. Das Gehäuse mit Intel Atom Prozessor bietet Platz für 4 Festplatten und arbeitet in meiner aktuellen Konfiguration mit vier der beliebten WD Red’s mit jeweils 6 TB Speicherkapazität. In Summe macht das ein Datenvolumen von 24 TB.

Mit den WD Reds hat Western Digital eine Festplatten Serie auf dem Markt, die speziell für den Einsatz in NAS System entwickelt wurden. Anders als herkömmliche Festplatten sind die REDs also für einen ständigen Betrieb 24/7 und eine fortwährende Verfügbarkeit ausgelegt. Dazu zählt auch einige geringe Wärmeentwicklung, die sonst schon bei vier Festplatten in einem engen und schlecht belüfteten Gehäuse zu Problemen führen kann. Energieeffizienz und die Kompatibilität für den reibungslosen Aufbau eines RAID-Systems sind weitere elementare Eigenschaften, welche die WD RED Serie für den Einsatz im eigenen Heimserver zertifizieren.

Per SATA 6 Schnittstelle lassen sich Daten mit theoretischen 6 GB/s übertragen. Ab einer Größe von 2 TB Verfügung alle RED Platten außerdem über einen beschleunigenden 64mb Cache. Nach durchschnittlichen Herstellerangaben reicht der Speicherplatz von 6 TB für 1.200.000 Fotos, 461 Minuten Film und 1.500.00 Songs.

<imgsrc=“http://www.benhammer.de/wp-content/2015/02/wd-red-6tb-benhammer-800px_02.jpg“ alt=“wd-red-6tb-benhammer-800px_02″ width=“800″ height=“533″ />

Die Wahl des RAIDs

Die Wahl des passenden RAID System stellt auch immer eine kleine Qual dar. Sicherheit? Oder doch lieber Speicherplatz? Wie sieht es mit der Geschwindigkeit aus? Fragen über Fragen. In meinem Fall habe ich mich für einen Kompromiss aus Sicherheit und Speicherplatz entschieden und die Geschwindigkeit mit weniger Priorität etwas hinten angestellt. Damit von den 24 TB immerhin noch die Hälfte verwendbar bleibt, habe ich im DS415+ Interface jeweils zwei Festplatten gruppiert und als RAID 1 definiert.

ds-wd-interface-benhammer_03
ds-wd-interface-benhammer_02
ds-wd-interface-benhammer_01

Somit bilden 2×6 TB immer ein Festplattenpaar, welches als gegenseitiges Backup funktioniert. Alle Dateien der Festplatte 1 werden somit automatisch auch auf Festplatte 2 gesichert. Sollte einmal eine der beiden Festplatten den Geist aufgeben, stehen die Dateien in der Theorie immer noch auf Festplatte 2 zur Verfügung. Gleichzeitig verliere ich nur die Hälfte meines Speicherplatztes. Fallen aus irgendeinem Grund beide Festplatten in einer RAID Gruppe aus (zum Beispiel Festplatte 1 und 2) sind alle darauf gespeicherte Daten verloren. Dies ließe sich in dieser Konfiguration nur umgehen, in dem man zum Beispiel auch Festplatte 3 oder 4 spiegeln lässt, womit schlussendlich 3 Backups der ersten Festplatte vorliegen würden und nur noch 6 TB Speicherplatz zur Verfügung stehen. Hierbei würde man von einer Kombination aus RAID 0 + 1 sprechen.

wd-red-raid

Der Weg zum eigenen Netzwerkspeicher

Transparenz: An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass diese Serie von WesternDigital und Synology unterstützt wird. Beide Hersteller haben mir die entsprechenden Produkte zum Testen zur Verfügung gestellt. Ohne diese Unterstützung würde es diese Serie vermutlich nicht geben und ich hätte nicht die Chance gehabt, mich so intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Außerdem möchte ich mich noch einmal beim Kollegen Camillo bedanken, der mir in unzähligen Skype-Sessions beratend zur Seite stand!

Der Weg zum eigenen Netzwerkspeicher – Teil 1

Die Flut an Daten, die inzwischen täglich auch digital anfallen, ist enorm. Ich rede hier nicht mehr von Filmen, Musik und Spielen, die schon immer viel Festplattenplatz belegten, nein. Inzwischen sind es Bilddateien wie RAWs und verschiedene JPG Versionen oder PSD Projektdateien, Lightroom-Kataloge und Videos für YouTube. Die Datenmengen sind schon bei mir als kleiner Nischenblogger enorm und sprengen die Festplatten an allen Ecken und Enden. Bis jetzt habe ich auch noch kein Wort zum Datenbackup verloren, welches denselben Platz gleich noch einmal belegt. Außerdem ist eine gute technische Infrastruktur im eigenen Heimnetzwerk auch unglaublich wichtig für den eignen Workflow.

Und weil ich gerade aufgeräumt hatte, neuen Platz brauchte und mir dachte, Euch könnte das Thema mit Sicherheit auch interessieren, habe ich mich hingesetzt und mit WesternDigital und Synology an einer kleinen dreiteiligen Serie gearbeitet, die Euch helfen soll, Euch im Heimnetzwerk einzurichten. Und so könnte es gehen…

Schritteins: Die Grundidee

Mein Anspruch ist inzwischen relativ klar. Nach Testproben mit den MyCloudsexternen FestplattenNetzwerkfestplatten und kleineren NAS-Systemen musste jetzt etwas Größeres her. Die Checklist dafür lautete:

  1. Speicherplatz: Es muss genügend Platz vorhanden sein, um das Datenvolumen eines Jahres zu schlucken
  2. Geschwindigkeit: Damit in Zukunft alle Dateien aus dem Netzwerk bearbeiteten werden können, muss das System schnell sein!
  3. Sicherheit: Es muss sich selbst sichern ohne manuellen Aufwand

Diese drei Grundsteine waren mir beim Aufbau des Netzwerks enorm wichtig!

Schrittzwei: Das Netzwerk

Zu Anfang habe ich auch überlegt, wie ich meine bisherigen Lösungen verbessern kann. Also habe ich ein Konzept skizziert.

network-nas-ds415j

Damit wird die MyBook Live Duo von WD zum Mediaserver für Musik und Filme. Insgesamt 2 x 4TB (links), die sich selbst spiegeln. Der iMac ist weiter die feste Arbeitsstation, die auf eine 2 TB große G-Technology G-Drive gebackuped wird. Ein kleiner Teil der G-Tech dient als ungesicherte Datenauslagerung zum Beispiel für größere Downloads und Installationsdateien. Die Fritzbox 7490 gibt das DSL-Signal ins interne Netzwerkweiter und eröffnet gleichzeitig ein Wlan für Gäste (siehe mein Artikel über Guestwlan). Der 8-fach Gigbit Switch verbindet alle Geräte per Kabel. Auf der Skizze nicht zu sehen, sind zum Beispiel Netzwerkdrucker, Scanner und weitere Unterhaltungsgeräte. Somit war klar, dass das zukünftige NAS über den Switch ins Netzwerk eingebunden werden sollte und optimaler Weise auch 2 Netzwerkanschlüsse hat. Im selben Netz sollte es später möglich sein, auch per Wifi über das MacBook, das iPhone oder das Apple TV auf die Dateien zuzugreifen. Zum Beispiel um finale Bilder auf einem größeren Monitor (Fernseher) zu besprechen oder auch von dort die exportieren JPGs direkt per iPhone in die sozialen Netzwerke einzuspielen. Soweit der Plan.

Schrittdrei: Das Produkt

Nach meinen letzten Tests mit Synology und WesternDigital habe ich gemerkt, das die Synology Systeme etwas schneller liefen. Also ist die Wahl auf das DS415+ gefallen.  Das DS415+ bietet Platz für 4 Festplatten und ist dank zweier Netzwerkanschlüsse auch bei der Datenübertragung abgesichert. Außerdem konnte mich der Powerknopf am Gehäuse überzeugen, sodass das NAS auch kurzerhand ausgeschaltet werden kann. Weitere Pluspunkte sammelten die USB-Anschlüsse, mit denen auch externe Festplatten direkt verbunden werden können. Ein Intel Atom C2538 mit 2,4 GHz und 2 GB DDR3 sind sogar schneller als mein erster Gamer-PC. Kompatibel bis 24 TB Festplattenkapazität sollten fürs nächste Jahr definitiv reichen und eine Gerätelautstärke von 20.2 dB waren mir besonders wichtig, weil das Gerät immerhin in meinem Arbeitszimmer steht.

Wer mehr Technikspezifikationen zum Produkt wünscht, darf gerne auf der Synology-Website nachschlagen. Hier geht’s lang…

Ohne Festplatten kostet das DS415+ von Synology mit den oben genannten Spezifikationen aktuell rund 550,00 Euro auf Amazon und richtet sich damit an die ambitionierten Kleinunternehmer und Heimnetzwerker mit hohem Netzwerksinn.

ds415+-benhammer_01_worked_800px
ds415+-benhammer_02_worked_800px
ds415+-benhammer_03_worked_800px

Der Weg zum eigenen Netzwerkspeicher

Transparenz: An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass diese Serie von WesternDigital und Synology unterstützt wird. Beide Hersteller haben mir die entsprechenden Produkte zum Testen zur Verfügung gestellt. Ohne diese Unterstützung würde es diese Serie vermutlich nicht geben und ich hätte nicht die Chance gehabt, mich so intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Außerdem möchte ich mich noch einmal beim Kollegen Camillo bedanken, der mir in unzähligen Skype-Sessions beratend zur Seite stand!

MyPassport Wireless von WD: Drahtloser Speicherplatz mit Backup-Funktion für SD-Karten

Verdammte Axt! Wie sehr verfluche ich seit dem Release der My Passport Wireless die Jungs und Mädels bei WD. Das hätte den doch wirklich mal drei Wochen früher einfallen können, oder? Schließlich hatte ich mich gerade mit Jannis zum Roadtrippin‘ vom Rechner weggeschwungen und hätte für genau so eine Festplatte wahrscheinlich sogar meine Schwester verkauft. Stattdessen saßen wir alle zwei Tage mit Laptop, Steckerleiste, unzähligen Kabeln und zwei Festplatten in irgendeiner Lokalität (meistens MC) und schoben unsere Videos und Bilder von SD Karten auf den Laptop. Wisst ihr, was das ist? Scheiße ist das!

Nunja und ziemlich genau nach meiner Rückkehr stellt WD dann diese Festplatte vor. Handlich, mit eigenem Akku und SD-Karten-Slot. Per Wifi kann auf die Festplatte zugegriffen und der Kopierprozess der Daten gestartet werden. Alles übersichtlich dargestellt auf einem gelungenen Dashboard. Somit ist zur Verwaltung nicht mal eine nervige Hersteller-App nötig. An dieser Stelle muss ich noch einmal fluchen: Verdammter Mist ist das geil!

Das WD mit der My Passport Wireless einen Nerv getroffen hat, bestätigt auch meine Inbox, die sich wenige Stunden nach der Pressemitteilungen schon mit Anfragen zur Festplatte, ersten Feedback Wünschen und Testmuster-Anfragen füllte. Inzwischen hatte ich den kleinen Kasten auch in der Hand und bin begeistert! 2 TB sind zwar nicht viel Platz und auch der Preis ist ordentlich, aber wie großartig ist einfach diese Funktionsweise, Einfachheit und die Möglichkeit jederzeit ein Backup seiner SD Karte erstellen zu lassen. Praktisch on-the-fly, oder on-the-shoot, oder on-location. Nennt es wie ihr es wollt, ich hätte davon jedenfalls einige auf unserem Roadtrip gegen Rechner und USB-Platte getauscht.

An dieser Stelle bleibt für mich wirklich nur zu sagen: „Good Job“ WesternDigital! Beim nächsten Mal dürft ihr auch gerne früher mit so etwas um die Ecke kommen!

Die MyPassport Wireless gibt es mit Kapazitäten von 500 GB, 1 TB und 2 TB. Die kleinere Variante kostet aktuell rund 170 Euro. Für die 2 TB Variante müsst ihr 240 Euro hinlegen. Die uninteressante 500GB Variante gibt es für 130 Euro.

wd-wireless-benhammer_1000px_05
wd-wireless-benhammer_1000px_04-Kopie
wd-wireless-benhammer_1000px_03-Kopie
wd-wireless-benhammer_1000px_02
wd-wireless-benhammer_1000px_01-Kopie

Einen technischeren Blick auf die Platte hat unter anderem Thomas Reimann geworfen, eine Rezension findet ihr bei ihm.

Transparenz: Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch Western Digital, die uns das Produkt für unseren Testbericht zur Verfügung gestellt haben.

G-Drive mobile USB Festplatte von G Technology

G-Technology macht hochwertige Festplatten für die Speicher-Ästheten unter uns. Ähnlich wie beim großen Vorbild Apple legt man auch bei G-Technology großen Wert auf das Äußere seiner Produkte und spricht damit vor allem unsere Kreativen und Künstler an. Dies beweist auch die G-Drive USB-Festplatte für unterwegs. Primär für die Apple Laptops konzeptioniert misst sie schlanke 13,7 cm x 8,3 cm x 1,8 cm und passt damit in wirklich jede Hosentasche.

Mit 1000 GB (1 TB) bietet der kleine Gefährte genügend Platz für Fotos, Filme und andere Daten. Die 5400 RPM sind zwar deutlich langsamer als andere Festplatten im Preissegment, ist dafür aber wirklich angenehm leise. Ich habe sie aktuell mal als Backup-Device für die Time-Machine getestet und legte sie direkt auf den Schreibtisch. Weder beim Schreiben noch beim Lesen von Daten nehme ich die ‚mobile USB‚ akustisch wahr. Das gefällt mir nach den Erfahrungen mit meinen immer lauter werdenden externen Festplatten besonders gut.

Angeschlossen wird die mobile Festplatte übrigens über ein USB 3.0 Kabel, welches allerdings auch den noch sehr weit verbreiteten USB 2.0 Standard beherrscht. Leider ist das Anschlusskabel auch bei G-Technology sehr knapp bemessen. Mit seinen 60cm muss es wirklich ein Laptop sein. Wenn der Rechner noch unter dem Tisch steht, muss definitiv ein Verlängerungskabel her.  Was ich an den  2.5″ Festplatte besonders liebe ist das fehlende Netzkabel, da sie ihren Strom komplett über das USB-Kabel beziehen. Somit spart man glücklicherweise ein weiteres lästiges Kabel auf dem Tisch und einen großen Stecker in der Netzsteckerleiste. Für FireWire Fans bietet G-Technology die mobile Festplatte auch in Form eines großen Bruders an, der zusätzlich zum USB 3.0 Port noch zwei FireWire 800 Anschlüsse bietet. Aus meiner Sicht lohnt sich diese Investition allerdings nicht mehr, da Thunderbolt über kurz oder lang den FireWire-Anschluss ablösen wird und auch im Vergleich zum USB 3.0 Port konkurrenzfähiger ist.

Zum Design brauche ich eigentlich nicht viele Worte verlieren, ihr seht es ja schon auf den Bildern. Das Aluminium-Gehäuse ist leicht angeraut und sieht nicht nur gut aus, sondern fühlt sich auch gut an. Eine kleine Gummiummantelung sorgt für guten Grip beim Fassen und für sicheren Transport. Außerdem ist die Festplatte für meinen Geschmack mit 240g unglaublich leicht.

Somit lautet mein bisheriges Testurteil ganz klar: Apple-User und Design-Fans werden an der G-Technology mobile USB Festplatte ihren Spaß haben. Auch wenn sie in der 1 TB Variante mit einem USB 3.0 Anschluss nicht gerade günstig ist. Knapp 140 Euro kostet die G-Technology Qualität aktuell auf Amazon. Der größere Bruder mit zwei FireWire Anschlüssen schlägt im Vergleich mit 150 Euro zu Buche.

PS: Liebe auch dieses kleine feine Detail, dass der Mac die Festplatte sofort richtig beschriftet und mit eigenem Icon erkennt. So können sich auch nur ehemalige Windows-User freuen 😉

Bildschirmfoto-2013-04-19-um-20.50.27
g-drive-mobile-usb_1
g-drive-mobile-usb_2
g-drive-mobile-usb_3
g-drive-mobile-usb_4
g-drive-mobile-usb_5
g-drive-mobile-usb_6

Transparenz: Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Freunde von G-Technology, die uns ihr Produkt für den Testbericht zur Verfügung stellten.