Mein erstes Weihnachten in Köln

Weihnachten in Köln mit Whiskey Tour

Eigentlich lasse ich keine Gelegenheit aus, meine Heimatstadt und Wahlheimat Köln zu erwähnen. Das hat viele Gründe, in erster Linie fühle ich mich hier aber einfach sehr wohl. Trotzdem war es letztes Jahr auch eine Premiere für mich, Weihnachten hier und nicht wenigstens ein paar Tage bei meinen Eltern auf dem Land zu verbringen. Ich hatte das in meinem Jahresrückblick 2020 zwischen den Jahren schon einmal erwähnt.

Aber so ist das in so einem Pandemie-Jahr eben. Es war schließlich nicht das einzige Opfer. Dabei hatte ich mich schon relativ früh nach dem ganzen Auf- und Ab im Jahr auf Weihnachten gefreut. Ein paar Tage raus, weg vom Schreibtisch und den eigenen 4-Wänden, die ich in diesem Jahr so viel gesehen habe, wie in keinem anderen Jahr bisher.

Ich hatte mich richtig auf den “Heimaturlaub” gefreut. Keine Verpflichtungen, keine Termine und ganz viel Zeit. Doch schon Anfang Dezember entschieden wir anders und ich blieb mit Johanna in Köln. Zum ersten Mal seitdem ich denken kann, habe ich Weihnachten ohne meine Familie verbracht. Wie wahrscheinlich viele von Euch. Was die letzten Jahre eher als unpassende Unterbrechung zwischen den Jahren wirkte, fühlte sich dieses Jahr fast ein wenig wie ein Verlust an. Eben weil, ich mich schon innerlich vorher drauf gefreut hatte. Nunja.

Eigentlich hätte ich mich wie viele andere Freunde und Kollegen auch, in selbstgewählte Quarantäne begeben können und mich isolieren können. In meinem Fall kamen aber ein paar letzte Produktionen dazwischen, die man nach so einem Jahr mit Sicherheit nicht wegen Weihnachten absagen möchte. Also blieben wir in Köln.

Doch was auf der einen Seite wie ein Verlust klingt, kann auch auf der anderen Seite zu einer neugewonnen Erfahrung werden. So kauften wir also ein, stellen einen ganz eigenen und für meine bisherigen Weihnachtsfeste einen sehr untypischen Essensplan auf und verbrachten Weihnachten zum ersten Mal in unserer Wohnung in Köln in der ich jetzt bereits fast. 6 oder 7 Jahre wohne. Diese Wohnung hat ihre Höhen und Tiefen erlebt, aber so heimisch und gemütlich wie an diesen Weihnachtsfeiertagen habe ich sie bisher noch nie wahrgenommen. Wir hörten “Drei Fragezeichen” Folgen – wie geil es einfach ist, dass es die auf Spotify gibt. Schauten uns durch alle Stirb Langsam Teile auf Netflix, aßen Lasagne und tranken Whiskey Sour (→ Hier gibt’s 3 originelle Varianten des Whiskey Tour), Wein und das ein oder andere Kölsch. Dank Johanna hatte ich zum ersten Mal einen Weihnachtsbaum in der Wohnung. So einen aus Plastik, der also wiederverwendet werden kann und extrem echt aussieht. Auch wenn er nicht nach Tannenbaum riecht.

Und irgendwie war das Weihnachtsfest so ohne Reiserei und fremden Betten ziemlich entspannend.

Gut, es brauchte ein paar Tage, bis ich das MacBook gar nicht mehr aufklappte, aber die brauch es in der Heimat auch jedes Jahr. Zwar hab ich keine Zeit gefunden mal ein paar Dingen nachzugehen, die sonst bei mir Zukurzgekommen, dafür habe ich aber einfach mal ein paar Tage absolut nichts gemacht. Eine seltene Erfahrung, aber irgendwie war das Weihnachten hier in Köln am Ende genau so bizarr, wie das ganze davor stattfindende Pandemie-Jahr 2020. Am Ende ist es vielleicht das größte Learning aus dem Jahr: Alles ist das wert, was man draus macht. Und das liegt oft in der eigenen Hand.

Vielleicht werde ich aber auch einfach alt. Will ich nicht ausschließen.

0 Shares:
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

You May Also Like