Warum Ziele vielleicht doch wertlos sind?

Der Jahreswechsel steht bevor, gute Vorsätze gibt’s wahrscheinlich wieder hunderte. Aber vielleicht auch das ein oder andere neue Businessziel. Genau deswegen will ich Euch heute sagen, warum Ziele allein wertlos sind.

Witzigerweise hatte ich erst an Weihnachten ein ganz interessantes Gespräch mit meiner Schwester und meinem Vater zu dem Thema. Und beide hatten mit allem Recht, was sie mir aus ihrem Berufsalltag erzählt haben. Ich für meinen Teil habe meine persönlichen Lebensziele ja schon alle erreicht und kann deswegen umso entspannter einen Blick auf Lebensziele werfen. Schon vor Jahren habe ich also aufgehört mir harte Ziele zusetzen, strebe lieber meine “Soft Ziele” an — wie ich sie gerne nenne.

Aber zurück zum Thema: Die meisten Menschen sind sehr gut darin sich selbst Ziele zu setzen. Andere haben vielleicht gar keine, kommt auch vor. Es gleicht ein bisschen den anstrebten Unternehmenszielen, die gerne und häufig definiert werden. Dabei ist es egal, in welche Branche man blickt.

Egal, ob es der Fotograf ist, der sagt “ich möchte Lena Meyer Landrut fotografieren”, ob es das Online-Magazin ist, “was gerne die Zugriffszahlen verdoppeln” will, oder ob es der Mensch selbst ist, der “2020 gerne nach Hawaii fliegen” will.

All diese Ziele klingen zwar toll und plausibel. Sind aber aus einem einzigen Grund nichts wert: Der Zieldefinition fehlt das Entscheidenste — der Weg.

Ohne den Weg und eine Strategie für das erreichen des Ziels, sind Zieldefinitionen wertlos und leere Versprechungen oder selbstauferlegte Aufgaben ohne aktive Handlungshinweise. Dabei ist der Weg zum Ziel das, was das Erreichen des Ziels ausmacht.

Ein kleines Beispiel aus dem fotografischen Segment: Wenn das Ziel bedeutet, du wünschst Dir nichts mehr, als Lena Meyer-Landruth zu fotografieren, kann der Weg bedeuten, sich an Magazine zu wenden, mit der Zielgabe irgendwann mal eine Story über Lena Meyer-Landrut zu fotografieren. Der Weg kann aber auch darin bestehen, sich der Konzertfotografie zu widmen und irgendwann Lena Meyer Landrut bei einem Konzert zu begleiten. Oder sich mit der Person auseinanderzusetzen und sich ein Shooting-Konzept zu überlegen, was bei ihrem Management oder ihr selbst auf fruchtbaren Boden trifft. Oder, oder oder. Es gibt unzählige Wege, ein und dasselbe Ziel zu erreichen. Manche sind effektiver, manche wahrscheinlicher. Und genau da besteht die Kunst, sich nicht nur in leeren Zieldefinitionen verlaufen und sich schlussendlich über das Nichterreichen zu wundern oder sogar zu ärgern. Denn erst mit dem Planen und organisieren eines Wegs zum Ziel, wird aus einem definierten Ziel eine greifbare Aufgabe.

Vielleicht denkt der ein oder andere von Euch ja darüber nach, wenn er sich seine guten Vorsätze für 2020 überlegt.

Ich wünsche Euch aber auch ohne große Ziele fürs nächste Jahr einen guten Rutsch, ein erfolgreiches, gesundes und glückliches Jahr 2020. Wir lesen uns im neuen Jahrzehnt. Man klingt das geil 🙂

Dieser Beitrag stammt aus meinem alten Medium-Tagebuch, was ich über den Jahreswechsel 19/20 begonnen hatte. Es fällt ein wenig aus der Zeit.

Autor: Ben

Hej, ich bin Ben. Ich wohne und arbeite in der wunderbaren Stadt am Rhein – Köln. Unweit des Rheins ist auch mein Studio. Hier schreibe ich über alles, was mich gerade interessiert.

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