Infografik: Steht Deutschlands Mittelstand wirklich still?

Wie sich die aktuelle Coronakrise auswirkt, bekommen wir an allen Ecken und Enden zu spüren. Verlust von Aufträgen, Rückgang von Buchungsanfragen, Einbruck von Produktverkäufen. Kurzarbeit. Gewinn- und Umsatzeinbrüche. Fast überall sind die Auswirkungen zu spüren. Doch woran kann man die Auswirkungen gerade für den Mittelstand noch ausmachen? Dieser Frage hat sich das Berliner StartUp Vimcar gewidmet und im Zeitraum von 17. Februar bis 19. April die Nutzung von Firmenfahrzeugen analysiert. Die aufgearbeitete Infografik zeigt nun, wie die zurückgelegten Kilometer der Firmenwagen sich mit den politischen Ereignissen decken oder eben auch nicht. Ein Interessanter Einblick in die etwas anderen Auswirkungen.

Mitte Februar fahren Firmenfahrzeuge noch wie gewohnt — im Durchschnitt werden 379 Kilometer pro Woche zurückgelegt. 

Das Kraftfahrt-Bundesamt zählte Anfang 2020 knapp 5,25 Millionen gewerblich angemeldete Pkw in Deutschland — fast jeder fünfzigste davon ist mit der digitalen Fahrtenbuch- und Flottenmanagement-Lösung des Berliner Startups Vimcar ausgestattet.

Dort hat man nun die Laufleistungen von ca. 90.000 Fahrzeugen ausgewertet und die Auswirkungen der aktuellen Corona-Krise untersucht. Weil Vimcar fast ausschließlich kleine und mittlere Betriebe mit weniger als 100 Fahrzeugen bedient, erlaubt die Analyse einen besonderen Blick auf die Frage: Steht Deutschlands Mittelstand wirklich still? 

Die Ausgangslage: Mitte Februar rollt er deutsche Firmenwagen noch wie gewohnt. In der Woche vom 17. bis 23. Februar werden pro Fahrzeug durchschnittlich 20 Fahrten und 379 Kilometer zurückgelegt. Der Anteil von Dienstfahrten (z.B. Kundentermine oder Baustellenbesuche) ist dabei ca. fünf Mal so hoch wie der täglich zurückgelegte Arbeitsweg. Gesetzliche Einschränkungen gibt es zu diesem Zeitpunkt noch keine. 

Bereits kurz nach dem Inkrafttreten der Beschlüsse der Bundesregierung zum 16. März lässt allerdings eine deutliche Verhaltensänderung feststellen: die Nutzung der Firmenfahrzeuge bricht um 38% ein und erreicht in der letzten vollen Märzwoche ihren Tiefpunkt — ein Fahrzeug wird durchschnittlich nur noch 192 Kilometer bewegt.

Der Weg zur Arbeit wird zwar in vielen Fällen weiter mit dem Auto bestritten, die Dienstfahrten brechen allerdings deutlich stärker ein. Größere regionale Unterschiede sind kaum zu erkennen — alle Bundesländer und Großstädte fahren den betrieblichen Verkehr in ähnlichem Ausmaß herunter. 

Die in der Vorwoche eingeführte Kontakt-sperre sorgt für den bisherigen Tiefpunkt: ein Firmenfahrzeug legt im Schnitt nur noch 192 Kilometer zurück.

Im April kann dann zwar eine Stabilisierung der Lage beobachtet werden, ein echter Aufwärtstrend ist allerdings noch nicht zu erkennen. Vimcar-Geschäftsführer Andreas Schneider glaubt an eine Rückkehr in zwei Phasen:

Die ersten Lockerungen für den Handel werden zwar wieder für mehr Lieferverkehr sorgen, aber nur wenn auch Geschäftstermine und Dienstreisen wieder wie gewohnt stattfinden, können die Werte wieder auf das Ursprungsniveau springen.

Vimcar-Geschäftsführer Andreas Schneider
Vimcar Infografik Steht Deutschlands Mittelstand Still
Quelle: VimCar

Autor: Ben

Hej, ich bin Ben. Ich wohne und arbeite in der wunderbaren Stadt am Rhein – Köln. Unweit des Rheins ist auch mein Studio. Hier schreibe ich über alles, was mich gerade interessiert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.