Danke DSGVO

Ich kenne das Internet, da war es noch jung, wild and free. Das war eine geile Zeit. Die DSGVO tut inzwischen seit ein paar Jahren alles dafür, dass das Internet kaum noch Spaß macht. Ich bin ein Befürworter von Datenschutz im Allgemeinen. Es ist wichtig, aber die DSGVO mit ihren vielen Fallstricken und Löchern und wirklich alltagsfremden Vorgaben, hat nur einen Nutzen. Es macht uns kleinen Internet-Website-Betreibern das Leben einfach nur unnötig schwer.

Früher hatte ich viele verschiedene Websites für die verschiedensten Projekte. Ich fand das cool und schön. Ein Impressum war schon immer Pflicht, da stand alles drin. Gut ist. Die Daten die ich erhoben habe, sind überschaubar. Ein paar Zugriffszähler hier und ein paar Zugriffszähler dort. Meist, habe ich diese Daten aber nie analysiert. Warum auch. Okay, damit habe ich beigetragen, dass Google, Mailchimp, Facebook und Co. noch mehr über ihr Nutzerverhalten herausfinden, aber ich selbst habe von den Daten oft nur das nötigste genutzt. Vielleicht mal einem Kooperationspartner gezeigt, wie viele das Video der letzten Ausstellung gesehen haben. Okay. In meinen Augen aber kein Weltuntergang.

Die letzten Jahre habe ich also begonnen, ein paar meiner Websites abzuschalten und zu migrieren. So schade, dass nun mal ist. Mir ist es inzwischen einfach zu aufwendig, gelegentliche Gesetzesänderungen auf alle Websites anzuwenden. Warum auch, dafür haben die Websites nicht genügen Nutzen für mich. In diesem Fall sorgt die DSGVO also dafür, dass viele meiner Kulturprojekte eben nicht mehr im Internet zu finden sind.

Stattdessen kümmer ich mich jetzt intensiver darum, dass wenigstens meine Hauptseite, auf der ich über meine Fotografie und meine Arbeit als Fotograf in Köln schreibe, möglichst „sauber“ ist. Mit „möglichst“ und „sauber“ meine ich damit, dass ich versuche so viele Anforderungen für die DSGVO nach bestem Wissen und Gewissen zu erfüllen. Da ich mir sicher bin, dass niemand das bis ins kleinste Detail versprechen kann, bleibt ein Restpoker. Immer, wenn man im Internet bleiben will. Es ist wie im Straßenverkehr. Als Teilnehmer hast Du automatisch eine Teilschuld. Auf diesen Vergleich bin ich gerade übrigens besonders stolz.

Und alles, was ich jetzt über die DSGVO gesagt habe, bezieht sich nicht einmal auf die Fotografie selbst. Lediglich auf die Darstellung der Fotografie im Web. Ich finde das tatsächlich unverhältnismäßig und dieses Datenschutzgesetz nervt mich sehr. Meine Meinung ist da relativ klar und einfach: Man kann nicht auf der einen Seite die Vorteile des Webs durch Netzwerke, wie Facebook, Suchmaschinen wie Google und Social-Logins über so Plattformen wie YouTube wollen und nutzen, und sich auf der anderen Seite darüber beschweren, dass diese Plattformen durch die Nutzung an Daten von mir kommen. Dann darf ich sie eben nicht nutzen. Stattdessen wird der Datenschutz mal wieder auf dem Rücken der Kleinen ausgetragen.

Da diese DSGVO noch im Entwicklungsstadium ist und ein sehr junges Gesetz darstellt, bin ich sicher, dass in den nächsten Jahren noch viel an den Richtlinien gefeilt wird. Wahrscheinlich werden sie auch von Jahr zu Jahr besser. Wahrscheinlich werden sie aber auch von Jahr zu Jahr schärfer kontrolliert.

Autor: Ben

Hej, ich bin Ben. Ich wohne und arbeite in der wunderbaren Stadt am Rhein – Köln. Unweit des Rheins ist auch mein Studio. Hier schreibe ich über alles, was mich gerade interessiert.

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