Was wir Fotografen von Fortnite lernen können

Das bereits 2017 releaste Multiplayer Spiel Fortnite schafft es wie kaum ein anderes Spiel seine Community bei Laune zu halten. Was wir Fotografen und andere Kreative von den Machern und Marketing-Menschen des Spiels lernen können, möchte ich Euch heute in einem kleinen Selfbranding Exkurs näher bringen. Am Ende entscheidet wie immer Ihr selbst, ob Ihr mit dem Input etwas anfangen und ihn für Eure Arbeit nutzen könnt.

Ein Anlass um einmal über den Tellerrand hinauszuschauen. Am Freitag erschien mit „Star Wars Jedi: Fallen Order“ ein neues Spiel aus dem Star Wars Universum für alle aktuellen Spieleplattform. Entwickler EPIC Games, der auch hinter Fortnite steckt, nimmt das Release und die große Star Wars Community zum Anlass und veröffentlicht in klassischer Cross-Sale Manier ein zeitlich begrenztes Skin-Update für seinen Kassenschlager Fortnite.

Wer also zum Beispiel Fallen Order über den Epic Gamestore bestellt, bekommt den exklusiven Stormtrooper Skin für seinen Fortnite Account gratis dazu. Da zum Release des Star Wars Spiels die Berichterstattung der Game-Branche und das Social-Web sowieso mit Werbung und Kampagnen gefüllt ist, ein kalkulierter Schachzug. Der greift nicht nur Aufmerksamkeit über die Star Wars Berichterstattung ab, sondern berschert auch der eigenen Fortnite-Community ein Update.

Dafür werben Fortnite, Epic-Games und sämtliche Partner stringent in allen möglichen Kommunikationsplattformen mit dem passenden visuellen Material. Egal ob Grafiken, Animationen oder Videotrailer. Dass das ganze dabei auch immer sehr gut aussieht, lasse ich hier aber mal bewusst außer Acht.

Aber was können wir Fotografen jetzt von Fortnite lernen?

Genau da wird es jetzt interessant. Ich nenne das ganze gerne „mediale Allgemeinbildung“. Bestimmte Veröffentlichungen, Hypes, Feste, Feiertage und Co. erzeugen eine hohe Aufmerksamkeit – gerade auch im Social-Web. Das Wissen über diese Themen durch einen allgemeinen Medienkonsum gemischt mit etwas Kreativität kann dafür sorgen, dass Ihr Eure Außendarstellung als Kreativer einen kleinen Push geben könnt. Durch besondere Kreativität oder einfach nur das „mediale Wissen“. Denn Ihr könnt das Wissen mit etwas Planung in Storytelling umwandeln und es zum Anlass nehmen, mal wieder etwas nicht nur stumpf aus dem Archiv oder der letzten Produktion zu posten, sondern eine Cross-Mediale-Vernetzung herzustellen.

Noch zu abstrakt? Ein Beispiel zum Thema Fortnite und Star Wars

Die meisten von Euch werden Fotografie-Kollege Patrick Ludolph alias Neunzehn72 kennen. Vielleicht kennt Ihr auch seine Stormtrooper Serie. Vor fünf Tagen postet er mal wieder ein Bild aus der Serie. Ohne Zusammenhang. Davor ein Bild aus Istanbul, danach ein schwarz-weiß Portrait aus dem Studio. Okay. Ich stelle hier jetzt bewusst mal die leicht provokative Frage: Wie hätte das Bild wohl am Freitag mit den Hashtags #epicgames #fortnite und statt dem „Blast from the past“ einer Verknüpfung zum Computerspiel performt?

Ein anderes sehr gutes Beispiel ist die Netflix Serie „Stranger Things“, die nicht nur eine Paradebeispiel für die richtige Präsentation ihres Inhalts auf den sozialen Netzwerken ist, sondern auch immer einen ordentlichen Hype zum Release einer neuen Staffel im Social-Web generiert. Ein schöne Umsetzung meiner Philosophie liefert in diesem Zusammenhang der Kölner Landschafts- und Lifestyle Fotograf Johannes Hoehn. Zu finden als Pangea auf Instagram.

Das Release einer neuen Stranger Things Staffel hat er zum Anlass genommen, eins seiner Burg Eltz Fotos neu zu bearbeiten und in ein Bewegtbild Motiv getreu den Stranger Things Visuals zu verwandeln. Seine Bildbeschreibung und die verwendeten Hashtags zeigen genau, was ich oben im Stormtrooper Beispiel von Paddy meinte. Spätestens die Interaktionsraten zum Beitrag sprechen jedoch für sich.

Mein persönliches Fazit

Spätestens jetzt sollte jedem von Euch klar sein, worauf ich mit diesem kleinen Exkurs hinaus will. Gerade wenn Ihr sowieso gut informiert seid und es für Euch keine große Recherchearbeit bedarf, um zu wissen was in den nächsten Wochen an medialen Ereignissen ansteht, ist es verschenktes Content-Material, es nicht für Eure Selbstvermarktung zu nutzen. Denn auch Agenturen, Art-Buyer und potentielle Kunden treiben sich im Social-Web rum und gucken nicht selten dieselben Serien oder spielen die gleichen Games. Jeder Anlass, der Euch erneut in die Köpfe dieser Menschen ruft ist ein guter. Wenn er medial vernetzt ist und Bezug zu gemeinsamen Interessen oder Ereignissen herstellt, sogar ein noch besserer. Wie im Beispiel von Johannes Hoehn oder Paddy kann dafür sogar eventuell auf altes Archivmaterial zurückgegriffen werden.

Schlussendlich bleibt es dabei: Ein Blick über den Tellerrand oder nach oben zu den Großen macht immer Sinn und füttert Euch mit neuen Ideen. In den Kommentaren unten könnt Ihr gerne Fragen stellen oder Input liefern. Ich freue mich auf Diskussionen und Meinungen. Am allermeisten freue ich mich aber, wenn Ihr den Input einfach mal auf Euren Content und euer Arbeitsfeld anwendet. Egal ob Fotograf, Texter, Grafiker oder Illustrator.

Autor: Ben

Hej, ich bin Ben. Ich wohne und arbeite in der wunderbaren Stadt am Rhein – Köln. Unweit des Rheins ist auch mein Studio. Hier schreibe ich über alles, was mich gerade interessiert.

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